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Industriegasespezialist: Linde kann Prognose nicht halten

Der Industriegasespezialist Linde hat im zweiten Quartal angesichts der Wirtschaftskrise weniger Gewinn und Umsatz erzielt. Jetzt rechnet der Konzern mit einer Erholung des Geschäfts und sieht dafür erste Anzeichen.

Gasflaschen von Linde. Der Konzern sieht erste Anzeichen für eine Erholung der Nachfrage. Quelle: ap
Gasflaschen von Linde. Der Konzern sieht erste Anzeichen für eine Erholung der Nachfrage. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Der Industriegasekonzern Linde spürt zwar erste Anzeichen einer konjunkturellen Erholung, erwartet für das laufende Jahr aber Rückgänge bei Umsatz und Gewinn. „Wir werden die Umsatz- und Ergebnis-Rekordwerte aus dem Vorjahr nicht erreichen können“, sagte Linde-Chef Wolfgang Reitzle gestern anlässlich der Vorlage der Halbjahreszahlen. „Die Krise ist noch nicht vorbei.“

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Linde erwartet, dass das zweite Halbjahr besser ausfallen wird als das erste. Schon das zweite Quartal lief mit einer Steigerung von 3,2 Prozent beim Umsatz und einem Plus von 5,2 Prozent beim operativen Ergebnis besser als die ersten drei Monate. Die wirtschaftliche Erholung spürt Linde vor allem in China: Hier wirke sich das Konjunkturprogramm der Regierung aus, erläuterte ein Sprecher. Dagegen sieht der Konzern im größten Markt Westeuropa und in Amerika noch keine Verbesserung.

Bei den Abnehmergruppen verbuchte die Sparte Gase für das Gesundheitswesen im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von 5,6 Prozent auf 508 Mio. Euro und erwies sich damit als unabhängig von der Konjunkturkrise. Auch die Lieferungen an die Lebensmittelindustrie war nicht betroffen, hier blieb der Umsatz mit rund 800 Mio. Euro im ersten Halbjahr ungefähr konstant.

Einen unterdurchschnittlichen Rückgang von 5,4 Prozent verbuchte Linde bei der Versorgung mit Industriegasen aus Großanlagen, die beim Kunden vor Ort installiert werden. Hier profitiert Linde von langfristigen Verträgen vor allem mit den Abnehmern aus der Stahl- und Chemieindustrie, die auch bei schlechter Konjunkturlage innerhalb eines vereinbarten Korridors Mengen abnehmen müssen.

Insgesamt gab es aber einen deutlichen Rückgang des Erlöses. Der Konzernumsatz sank gegenüber dem ersten Halbjahr des vergangenen Jahres um 12,5 Prozent auf 5,5 Mrd. Euro. Auch der Gewinn fiel niedriger aus. Das Ergebnis nach Steuern sank auf 274 Mio. Euro, nach 402 Mio. Euro im Vorjahr.

Allerdings waren die Zahlen besser als erwartet, weshalb die Aktie an der Börse ein kräftiges Plus von rund drei Prozent verbuchte und damit einer der stärksten Werte im Dax war. „Ein solides Zahlenwerk für das zweite Quartal“, kommentierte das Bankhaus Merck Finck. Sal. Oppenheim bestätigte die Kaufempfehlung für die Aktie. Seit dem Tiefstand von Ende Januar hat der Aktienkurs fast 20 Euro gewonnen.

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