Industriekonzern bleibt auf Gebäudetechnik sitzen
ABB muss Abstriche hinnehmen

Der Schweizer Industriekonzern ABB hat Mühe mit seiner Restrukturierung. Zwar schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen, einige Ziele, die sich ABB gesetzt hatte, sind jedoch auf der Strecke geblieben:

gil/oli HB DÜSSELDORF/ZÜRICH. Beispielsweise ist der Verkauf der Sparte Gebäudetechnik in Deutschland nicht geglückt. Ursprünglich war geplant, den Bereich, der 300 Mill. Euro umsetzt, bis zum Jahresende zu veräußern.

Hinzu kommt eine Rüge der Schweizer Börse, die ABB wegen Verletzung der Ad-hoc-Publizität an den Pranger stellt. Darüber hinaus ist Ende letzten Jahres der Vergleich mit Asbest-Opfern in den USA nach einer Entscheidung des zuständigen Gerichts vorerst gescheitert.

Das Unternehmen wird durch diese Rückschläge unterschiedlich stark belastet. Während für den Asbest-Vergleich Milliarden-Rückstellungen nötig sind, fällt der geplatzte Verkauf der Gebäudetechniksparte weniger stark ins Gewicht. Deutschland-Chef Bernhard Juncker hatte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt, dass sich der Verkauf an einen Finanzinvestor nicht „darstellen“ lasse. „Wir verkaufen nicht zu jedem Preis“, fügte ein Sprecher der Konzernzentrale in Zürich hinzu, betonte aber, dass es nach wie vor zu den Zielen der ABB gehöre, sich von dem Bereich zu trennen. Aus der Deutschland-Zentrale in Mannheim heißt es, dass ein möglicher Käufer abgesprungen sei, aber weiter mit Interessenten verhandelt werde.

Das gesunkene Interesse an einem schnellen Verkauf hat unterschiedliche Gründe. Zum einen gab es offenbar niemanden, der die Preisvorstellungen akzeptierte. Zum anderen hat aber auch der Verkaufsdruck abgenommen, seit die ABB in ihren Kerngeschäften wieder Gewinne erwirtschaftet. Der Konzern hatte vor zwei Wochen zum ersten Mal wieder schwarze Zahlen für ein abgelaufenes Geschäftsjahr bekannt gegeben. Dabei teilte er auch mit, dass der Bereich Gebäudetechnik in Deutschland im vierten Quartal wieder einen operativen Gewinn erwirtschaftet hat, nachdem bisher zweistellige Millionenverluste aufgelaufen waren.

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