Industriekonzern
Evonik startet Sparprogramm

Der Mischkonzern Evonik schraubt angesichts der schlechten Konjunktur seine Ziele für 2009 deutlich herunter und startet ein Sparprogramm.

ESSEN. "An die insgesamt doch guten Ergebnisse von 2008 werden wir im laufenden Jahr nicht anknüpfen können", sagte der seit Jahresanfang amtierende Vorstandsvorsitzende Klaus Engel auf der Bilanzpressekonferenz in Essen. Der Mischkonzern mit den Bereichen Chemie, Energie und Immobilien erwartet einen deutlichen Umsatzrückgang, der sich auch auf das Ergebnis niederschlagen werde. "Wir gehen aber nicht von insgesamt roten Zahlen aus", sagte Engel.

Besonders der Bereich Chemie, der für rund 70 Prozent des Konzernumsatzes von 15,9 Mrd. Euro steht, leidet unter der schwachen Konjunktur. Dadurch dürfte der Konzern im vierten Quartal 2008 nach Steuern insgesamt in die roten Zahlen gerutscht sein. In einigen Teilmärkten der Chemie sei der Auftragseingang bis zu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgerutscht. Engel rechnet aber nicht damit, dass sich die Lage dieser größten Sparte weiter verschlechtern wird, sondern erwartet eine Stabilisierung auf dem erreichten niedrigen Niveau.

Einen Ausgleich erwartet Evonik von den beiden anderen Konzernbereichen Wohnimmobilien und Energie. Die Energiesparte spüre zwar die rückläufige Nachfrage der Industrie, bleibe mit den Ergebnissen aber auf Kurs. "Die Wohnimmobilien erfreuen sich unverändert einer guten Performance", sagte Engel. Trotzdem soll der Immobilienbereich irgendwann an die Börse gebracht werden, allerdings wollte Engel keinen Zeitrahmen nennen.

Wegen der schlechten Konjunktur plant Evonik ein Sparprogramm, das bis 2012 die jährlichen Kosten um rund 500 Mio. Euro drücken soll. In diesem Jahr sollen bereits 300 Mio. Euro eingespart werden, davon 100 Mio. Euro über die Kürzung von Gehaltsbestandteilen. Darüber verhandelt der Vorstand derzeit mit den Arbeitnehmervertretern. Betriebsbedingte Entlassungen will Engel möglichst vermeiden. Wenn die Krise sich verschlimmere, müsse man aber neu nachdenken. Im Ausland hat Evonik bereits 750 Stellen abgebaut. Der Vorstand wurde zum Jahresanfang von sieben auf drei Mitglieder reduziert, dies werde auch Auswirkungen bei den 300 Stabsstellen haben, kündigte Engel an. Derzeit sind 3 000 Beschäftigte in Kurzarbeit.

Die Aktionäre RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC, der 25,1 Prozent hält, erhalten ihre vertraglich vereinbarte Dividende von 280 Mio. Euro. Für das laufende Jahr sind 320 Mio. Euro vereinbart. "Wir stehen zu der Dividende und können sie auch zahlen", sagte Engel. Finanzchef Heinz-Joachim Wagner ergänzte, dass die Dividende auch 2009 nicht aus derSubstanz gezahlt werde. Er erwartet, dass sich der Cash-Flow des Unternehmens verbessert und die Verschuldung gesenkt werde.

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