Industriekonzern
RHI macht weniger Gewinn

RHI hat im ersten Halbjahr deutlich weniger verdient. Unter anderem machte ein Teil-Produktionsausfall dem österreichischen Industriekonzern zu schaffen. Der Gewinn bricht ein, der Konzern senkt die Jahresprognose.
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WienDie Krise in der Ukraine, der Sparkurs großer Bergbaukonzerne und ein maues Südamerika-Geschäft bremsen den österreichischen Industriekonzern RHI. Für das laufende Jahr erwartet der auf feuerfeste Materialien für die Stahl-, Zement- und Glasindustrie spezialisierte Konzern nun Erlöse auf dem Vorjahresniveau von 1,75 Milliarden Euro. Zuvor hatte RHI ein Umsatzplus von drei Prozent in Aussicht gestellt. An der Börse gab die Aktie am Dienstag daraufhin knapp drei Prozent nach.

„Es gibt den einen oder anderen Markt, der nicht so einfach ist für uns“, sagte Finanzvorstand Barbara Potisk-Eibensteiner zu Reuters. Im vergleichsweise kleinen ukrainischen Markt sei das Geschäft mit der Stahlindustrie fast vollständig zum Erliegen gekommen. Zudem könne RHI wegen der im Vergleich zum Euro schwachen brasilianischen Währung und hoher Importzölle nicht mit den Preisen eines südamerikanischen Wettbewerbers mithalten. "Wir sehen in Südamerika, dass wir unser Ziel nicht erreichen können. Da liegen wir doch ein ganzes Stück zurück", sagte Potisk-Eibensteiner.

Darüber hinaus mache RHI der Sparkurs großer Bergbaukonzerne zu schaffen: Weil die Metallpreise infolge der Wirtschaftskrise gesunken sind, investieren sie weniger - auch in feuerfeste Materialen für Schmelzöfen zur Weiterverarbeitung der geförderten Rohstoffe. "Wir werden im zweiten Halbjahr nicht mehr aufholen können, was wir im ersten Halbjahr nicht erreicht haben", sagte Potisk-Eibensteiner.

In der ersten Jahreshälfte sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp vier Prozent auf 839 Millionen Euro, während das um Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis um gut sechs Prozent auf 72 Millionen Euro schrumpfte. Ein Brand in einer Schmelzanlage in Norwegen habe sich im zweiten Quartal zwar mit einigen wenigen Millionen negativ ausgewirkt, sagte die Finanzmanagerin. Allerdings erwarte RHI in den kommenden Monaten einen Ausgleich durch Versicherungszahlungen. Im Gesamtjahr würden die Auswirkungen daher "marginal" sein, sagte Potisk-Eibensteiner.

In dem Werk in der Nähe von Oslo stellt der Konzern seit 2012 Schmelzmagnesia zur Weiterverarbeitung in der Stahl- und Zementindustrie her. Die Kosten waren jedoch auch wegen technischer Probleme aus dem Ruder gelaufen. Im laufenden erwartet RHI Belastungen von 15 bis 20 Millionen Euro. Die operative Rendite soll dennoch auf acht bis neun Prozent steigen, bekräftigte die Firma. Im ersten Halbjahr lag sie bei 8,6 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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