Industriekonzern

Siemens bangt um Jahresprognose

Die schwache Konjunktur belastet Deutschlands größten Konzern Siemens. Peter Löscher will dennoch die angestrebte Jahresprognose erreichen. Die Krise in Südeuropa könnte ihm aber einen Strich durch die Rechnung machen.
Kommentieren
Siemens-Chef Löscher hadert mit dem Geschäft in Südeuropa. Quelle: dapd

Siemens-Chef Löscher hadert mit dem Geschäft in Südeuropa.

(Foto: dapd)

MünchenPeter Löscher hat in Spanien für einen kleinen Aufruhr gesorgt. Der Siemens-Chef traf sich zu einem vertraulichen Gespräch mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Der Regierungschef verpasste dadurch eine wichtige Parlamentssitzung - dadurch wurde das geheime Treffen bekannt, was für Aufregung bei der spanischen Opposition sorgte.

Dass sich Löscher ein Bild von der Situation in Spanien macht, hat nicht primär persönliche Gründe - der Siemens-Chef ist mit einer Spanierin verheiratet. Er weiß vielmehr, dass die Entwicklung in den südeuropäischen Krisenstaaten darüber mitentscheidet, ob der Siemens-Konzern seine Ziele erreichen kann.

Wie schwierig die Geschäfte geworden sind, wird sich am Donnerstag zeigen, wenn Löscher die Quartalszahlen vorlegt. Zu den hausgemachten Problemen vor allem bei der Anbindung von Off-Shore-Windparks an das Stromnetz kommen andere Probleme hinzu. Auch Rivale General Electric bezeichnete das wirtschaftliche Umfeld in Europa als herausfordernd.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Industriekreisen wird Löscher zwar die bereits nach unten korrigierte Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr nicht ganz einkassieren. Doch ist die von Siemens erhoffte Erholung ausgeblieben. Mit den Auftragseingängen ging es im abgelaufenen Quartal deutlich nach unten.

Löschers gerade begonnene zweite Amtszeit wird zunehmend zur Bewährungsprobe für den Österreicher, der es als erster Externer in der Konzerngeschichte an die Spitze des Traditionsunternehmens geschafft hat. Er will nun zeigen, dass er den Technologiekonzern auch in stürmischen Zeiten auf Kurs halten kann. In seinen ersten fünf Jahren war ihm ja viel gelungen: die Aufarbeitung des Schmiergeldskandals, der Konzernumbau, die Verbesserung der Margen, das neue, grüne Image.

"Wie wollen nicht Wachstum um jeden Preis"
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Industriekonzern: Siemens bangt um Jahresprognose"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%