Industriekonzern
Verkauf von Thyssen-Sparte stößt auf Schwierigkeiten

Der Industriekonzern Thyssen-Krupp stößt bei dem geplanten Verkauf der Tochter Industrial Services auf Schwierigkeiten. Zwar gebe es eine Reihe von Interessenten, allerdings müsse sich Thyssen auf einen geringerer Verkaufspreis einstellen als ursprünglich taxiert, erfuhr das Handelsblatt aus dem Konzernumfeld und Bieterkreisen.

FRANKFURT. Statt der vom Konzern genannten rund eine Mrd. Euro würden die Gebote wohl nicht über der Marke von 750 Mio. Euro liegen. Als Grund für den Abschlag wurden schlechtere Geschäftsaussichten für die Sparte genannt, die mit der Bau- und Autoindustrie Geschäfte macht.

Belastend wirke sich auch, dass den Finanzinvestoren keine vorgefertigte Finanzierung angeboten werde. In der Regel schnüren die Transaktionsbanken – in diesem Fall Royal Bank of Scotland, JP Morgan und Lazard – entsprechende Kreditpakete, um die Angebote attraktiver und zugleich transparenter zu machen. Bei einer einheitlichen Finanzstruktur sind die einzelnen Offerten besser miteinander vergleichbar. Thyssen-Krupp äußerte sich nicht dazu.

Zum Bieterkreis gehören sowohl strategische Investoren wie Bilfinger Berger als auch Private Equity-Firmen, hieß es in den Kreisen. Dazu zählen Advent International sowie Cinven, Bain und die französische PAI. Bei den letzten drei handele es sich um die gleichen Investorengruppe, die schon im Fall der Hanieltochter Xella Interesse gezeigt habe. Laut früheren Angaben aus Branchenkreisen wollte auch Ex-Thyssen-Chef Dieter Vogel mit seiner Finanzgesellschaft Lindsay Goldberg & Vogel (LGV) ein Angebot abgeben.

Thyssen-Krupp hat den Verkaufsprozess für die Sparte mit einem Jahresumsatz von 1,7 Mrd. Euro vor wenigen Wochen angestoßen und erwartet nun unverbindliche Angebote. Mit ausgewählten Interessenten sollen dann weiterführende Verhandlungen geführt werden. Dann werde Thyssen wohl auch aktuelle Zahlen für Industrial Services auf den Tisch legen, denn bislang läge den Interessenten nur die Bilanz bis September vergangenen Jahres vor. Seitdem dürfte sich das Geschäft eingetrübt und sich zugleich der Ausblick für die Sparte verschlechtert haben. „Dies wird sich in den Geboten widerspiegeln“, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.

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