Industriekonzern
Voestalpine treibt Expansion voran

Der Chef des österreichischen Industriekonzerns, Wolfgang Eder, will mit seinem Unternehmen in den Schwellenländern wachsen und peilt Zukäufe an. Er hat ein ambitioniertes Ziel: Der Umsatz soll sich bis 2015 verdoppeln.
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FRANKFURT. Der österreichische Industriekonzern Voestalpine hat sich ein ehrgeiziges Wachstumsprogramm verschrieben. In den kommenden fünf Jahren will Vorstandschef Wolfgang Eder den Umsatz fast verdoppeln, beim Ergebnis will er zu alter Stärke zurückfinden. Ein ambitionierter Fahrplan, zumal der Voestalpine-Chef zeitgleich die Verschuldung des Stahlproduzenten abbauen will.

Wachstumspotenziale sieht der Konzernchef außerhalb Europas - und zwar in den Sparten Eisenbahntechnik und Automotive. Im Fokus der Expansion stehen China, Indien, Brasilien, die Türkei sowie der arabische Raum. "Das sind die Länder in denen wir hauptsächlich wachsen wollen", sagte Eder im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Mit eigenen Vertriebsmannschaften sind die Österreicher bereits in den meisten Ländern präsent. "Wir wollen nun verstärkt auf der Produktionsseite Fuß fassen", kündigte Eder an. Derzeit würde geprüft, ob in den Wachstumsmärkten im Nahen Osten oder Südamerika neue Werke gebaut würden. "Vor allem mit der Eisenbahntechnik und den Spezialprofilen gehen wir in die Internationalisierung."

Absatzkrise überwunden

Die von der Wirtschaftskrise ausgelöste Absatzkrise bei Stahl sieht Eder überwunden, allenfalls in den USA könnte sich das Geschäftsklima noch trüben. Bereits im laufenden Geschäftsjahr soll es bei Umsatz und Ergebnis bergauf gehen, für das kommende Jahr rechnet er mit einem kräftigen Plus. "Wir wollen 2011/2012 das Vorkrisenniveau erreichen, in dem der Umsatz bei rund 12 Milliarden Euro lag", sagte Eder, seit 1995 im Voestalpine-Vorstand. Bleibt das wirtschaftliche Umfeld stabil, soll sich der Wert mittelfristig gegenüber dem Vorjahresumsatz von 8,6 Milliarden Euro fast verdoppeln. "Bis zum Jahr 2015 sollten wir einen Umsatz von 15 Milliarden Euro erreichen."

Die Wachstumsziele sind ambitioniert, aber aus Sicht von Analysten machbar. Citigroup zählt Voestalpine wegen seiner starken Technologiesparten zu den aussichtsreichsten Stahlaktien Europas. Denn noch schneller als der Umsatz soll das Ergebnis steigen. Bereits in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres sei Voestalpine mit einer operativen Marge von acht Prozent einer der profitabelsten Stahlproduzenten gewesen, sagte Eder. Im Gesamtjahr soll sich der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 760 Millionen Euro verdoppeln. Mittelfristig peilt der Konzernchef eine Ebit-Marge von durchschnittlich zehn Prozent an.

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