Industriesoftware
Siemens nimmt neuen Anlauf für IBS-Übernahme

Siemens wagt einen neuen Übernahmeversuch: Bereits 2007 wollte der Konzern die Mehrheit an der Industriesoftwarefirma IBS erwerben. Hedgefonds hatten aber damals die Preise zu hoch getrieben.
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MünchenSiemens will sich im zweiten Anlauf die Industriesoftwareschmiede IBS schnappen. Der Münchner Konzern erwarb die Mehrheit von der Gründerfamilie Schröder für knapp 20 Millionen Euro, wie Siemens am Dienstagabend mitteilte. Insgesamt besitze das Unternehmen durch Aktienkäufe von Managern und einem eigenen Altbestand 64 Prozent der Anteile. Ziel seien aber mindestens 75 Prozent - den übrigen Aktionären bietet Siemens 6,10 je IBS-Papier. Nähmen alle das Angebot an, würde Siemens die Übernahme gut 35 Millionen Euro kosten.

Der Konzern hatte bereits 2007 erfolglos versucht, IBS zu schlucken. Wie auch jetzt hatte Siemens das Angebot an eine Mehrheit von 75 Prozent geknüpft, war aber gescheitert, nachdem Hedgefonds bei IBS eingestiegen waren und auf einen höheren Preis spekuliert hatten. Finanzchef Joe Kaeser hatte die Offerte allerdings nicht aufstocken wollen und den Kauf abgeblasen.

Ein Spitzenmanager hatte damals den Rückzug kommentiert, ein Konzern wie Siemens lasse „sich nicht von so einer Pipifax-Bude durch den Ring ziehen“. Die IBS-Aktie kletterte am Mittwoch allerdings wieder über den Angebotspreis, in der Spitze bis auf 6,22 Euro. Die Börsianer spekulieren offenbar darauf, dass Investoren die gleiche Masche wie beim letzten Mal versuchen und im großen Stil bei IBS einsteigen könnten. Siemens-Aktien notierten 0,6 Prozent im Plus.

IBS hat mit Software für Industrieunternehmen 2010 einen Umsatz von 21,3 Millionen Euro und einen Gewinn von 2,38 Millionen Euro erzielt. Die Pfälzer aus der Nähe von Koblenz beschäftigen 200 Mitarbeiter und arbeiten bereits seit langem mit Siemens zusammen. Der Münchener Konzern hatte sein Angebot mit Industriesoftware in den vergangenen Jahren ausgeweitet und 2007 die amerikanische UGS für 3,5 Milliarden Dollar übernommen. Der Kauf erwies sich als eine der wenigen erfolgreichen Integrationen in das Großunternehmen in den vergangenen Jahren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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