Industriespionage: Firmen sichern Daten nur mangelhaft

Industriespionage
Firmen sichern Daten nur mangelhaft

Die Zahl der Fälle von Industriespionage in Deutschland ist laut einer Studie kräftig gestiegen. Längst sind es nicht mehr nur IT-Profis, die sensible Daten klauen. Trotzdem gehen die heimischen Unternehmen zu lasch mit sensiblen Informationen um. Politiker wollen den Datenschutz nun verschärfen.

FRANKFURT. Der sich ausweitende Skandal um den Handel mit illegal erworbenen Kundendaten heizt die Debatte um die Sicherheitsmängel von Unternehmen an. Nach Ansicht von IT-Experten vernachlässigen deutsche Firmen den Schutz sensibler Daten. "Die Unternehmen tun heute immer noch viel zu wenig, um sich vor Angriffen zu schützen", sagt Wolfgang Straßer, Geschäftsführer der auf Produktionssicherheit spezialisierten IT-Dienstleisters @-yet GmbH.

In der vergangenen Woche war der Handel mit Tausenden illegal erworbenen Kundendaten aufgeflogen, nachdem ein Callcenter-Mitarbeiter das Geschäft gegenüber Verbraucherschützern offen gelegt hatte. Gerd Billen, der Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherschützerzentralen, schätzt, dass "dies nur die Spitze des Eisberges ist."

Nach Ansicht von Experten zeigt der Fall, dass die Unternehmen zu lasch mit sensiblen Daten umgehen. Längst floriere zum Beispiel auch das Geschäft mit illegal erworbenen Produktions- und Technologie-Daten. Das Thema werde von Seiten des Managements unterschätzt, mahnt Marcus Schreibauer, Partner der internationalen Sozietät Lovells. "Bei einem großen Teil der CEO?s ist das Thema Know-How-Schutz noch nicht in seiner wahren Dimension angekommen", sagt er und fügt hinzu: "Kommt es dann an, wird häufig zuerst an die Kosten gedacht."

Die Wirtschaftsberatungs-Gesellschaft Pricewaterhouse-Coopers hat in ihrer vor kurzem veröffentlichten Studie zum Thema Wirtschaftskriminalität in Deutschland festgestellt, dass die Zahl der Fälle von Industriespionage kräftig gestiegen ist. Waren 2005 nur etwa acht Prozent der befragten Firmen betroffen, hat sich dieser Wert bis 2007 auf 18 Prozent mehr als verdoppelt. "Die Unternehmen nehmen den Schutz ihrer Daten durchaus ernst. Aber wie groß die Gefahr tatsächlich ist, sensible Informationen zu verlieren, realisieren viele erst, wenn es zu spät ist", sagt Steffen Salvenmoser, Partner bei PwC.

Denn längst sind es nicht mehr nur IT-Profis, die sensible Daten klauen. Das zeigt der bislang größte Fall von Daten-Diebstahl in den Vereinigten Staaten: Hacker, unter anderem aus China , Estland, der Ukraine und Weißrussland hatten sich jüngst in die IT-Systeme großer Einzelhändler wie Barnes and Noble, Boston Market oder Sports Authority geschlichen und dort insgesamt die Daten von 41 Mill. Kreditkarten gestohlen. Der Fall beschäftigt mittlerweile sogar die Behörde für Heimatschutz.

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