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Industrieverband: BDI erkennt keine Trendwende

So gerne hätte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel auf der Hannover Messe Optimismus verbreitet. Aber der Bundesverband der Deutschen Industrie glaubt nicht daran, dass die deutsche Wirtschaft in naher Zukunft wieder Wachstumsraten vorweisen wird.

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel sieht noch keine Trendwende. Quelle: ap
BDI-Präsident Hans-Peter Keitel sieht noch keine Trendwende. Quelle: ap

HB HANNOVER. Der Industrieverband BDI erwartet keine rasche Erholung der deutschen Wirtschaft und hält in diesem Jahr ein Schrumpfen von bis zu fünf Prozent für möglich. „Ich glaube nicht, dass in den nächsten ein bis zwei Monaten die Talsohle erreicht ist“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel am Montag auf der Hannover Messe.

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Wann dies geschehe, könne niemand sagen. „Es ist nicht entscheidend, wie tief die Krise ist, sondern wie lange sie dauert.“ Ausschlaggebend für die Unternehmen sei eine sichere Finanzierung. Die Firmen hätten zunehmend Probleme, an Kreditversicherungen zu kommen. „Dadurch drohen ganze Lieferketten zusammenzubrechen“, sagte Keitel.

Der BDI wagte keine eigene Konjunkturprognose. Keitel nannte aber Schätzungen plausibel, wonach das Bruttoinlandsprodukt 2009 um vier bis fünf Prozent sinkt. Günstiger werde die Entwicklung nicht ausfallen, auch wenn es zum Jahresende wieder bergauf gehen sollte, betonte der BDI-Chef. Für die kurzfristigen Aussichten zeigte er sich skeptisch: „Nichts spricht gegenwärtig für eine rasche Erholung - weder in Deutschland noch anderswo.“ Auf lange Sicht werde die heimische Wirtschaft aber von einer anziehenden Weltkonjunktur profitieren.

Auch künftig werde die Industrie auf das Auslandsgeschäft fokussiert sein. „Wir haben keine Chance, ein Geschäftsmodell für Deutschland zu entwickeln, das nicht auf dem Export basiert“, sagte Keitel. Nach der Krise könnte sich der Außenhandel aber verlagern. Derzeit gehen fast zwei Drittel der Exporte in Länder der Europäischen Union.

Sorgen bereitet vielen Industriefirmen nach Keitels Worten die Finanzierung. Bei Darlehen mittlerer Größe und einer Laufzeit von bis zu drei Jahren gebe es trotz einer Verteuerung keine direkte Kreditklemme. Hingegen seien große Kredite mit längerer Laufzeit derzeit „so gut wie nicht erhältlich“. Für Kreditversicherungen forderte Keitel eine Risikoauffanglösung. Denn immer häufiger seien private Kreditversicherer nicht mehr bereit, Exporte zu finanzieren. Die Regierung prüft derzeit, wie etwa über die Staatsbank KfW Unternehmen geholfen werden kann, ihre Forderungen abzusichern.

Ein drittes Konjunkturpaket zur Überwindung der Krise lehnte Keitel strikt ab. Zunächst müssten die beiden ersten Programme wirken, zudem seien die Grenzen der Staatsverschuldung längst erreicht. Der BDI-Chef sprach sich erneut gegen Beteiligungen der öffentlichen Hand an Industrieunternehmen aus. Vielmehr müsse die Regierung fördern, dass in der Krise in Forschung und Entwicklung investiert werde.

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