Infiniti
Angriff auf Mercedes mit Mercedes-Technik

Infiniti sucht das Rampenlicht: Das Logo der Marke wird künftig prominent auf dem Sebastian Vettels Rennwagen zu sehen sein. Nissans Edeltochter macht in Deutschland auch Mercedes Konkurrenz - mit Technik von Daimlers Premiumhersteller
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GenfPlötzlich steht er auf der Bühne: Sebastian Vettel. Neben dem Formel-1-Weltmeister aus Deutschland präsentiert Andy Palmer, der sichtlich stolze Senior Vice President von Infiniti, auf dem Auto-Salon in Genf Vettels Teamchef Christian Horner. Der Anlass: Nissans Edelmarke gibt eine zweijährige Partnerschaft mit dem Red-Bull-Racing-Team von Vettel und Horner bekannt.

Worum es Infiniti dabei geht, bringt Palmer mit einem Wort zum Ausdruck: "Aufmerksamkeit." Auch die weithin unbekannten Japaner möchten etwas vom Glanz des jungen Champions abbekommen. Das Infiniti-Logo ziert bereits Vettels Jacke und die Kappe über den blonden Haaren, künftig wird sie auch auf seinem Rennwagen prangen. Der Coup ist der Startschuss für eine groß angelegte Marketing-Kampagne.

Seit zweieinhalb Jahren versucht Nissan mit Infiniti das, was Toyota mit seiner in den USA sehr erfolgreichen Premiummarke Lexus nicht gelungen ist: den europäischen Markt zu erobern. Das Ergebnis ist bisher nicht sonderlich eindrucksvoll: Bis zum Ende des Geschäftsjahres im März wird die Marke in Europa insgesamt 7.500 Autos in Europa verkauft haben. Die Ankündigung von Palmer, der Absatz auf dem Alten Kontinent werde sich in diesem Geschäftsjahr fast verdoppeln, relativiert sich beim Betrachten der absoluten Zahl von knapp 4500 Wagen - und das in 19 Ländern.

In Deutschland eröffnete der erste Showroom erst vor anderthalb Jahren in Hamburg. Inzwischen sind vier weitere Händler hinzugekommen, die eher an Edelboutiquen oder Foyers von Luxushotels erinnern als an herkömmliche Autohäuser. In den kommenden vier Monaten soll München folgen, bis Ende März 2012 noch zwei Standorte. Ursprünglich sollten es bis dahin statt acht Händlern schon zwölf sein, aber die Folgen der Krise nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers haben Infiniti nach eigener Einschätzung um ein Jahr hinter die eigene Planung zurückgeworfen. Im zu Ende gehenden Geschäftsjahr wird die Marke in Deutschland rund 550 Autos verkauft haben.

Die Präsenz in der "Heimat der Premiummarken" betrachtet Infinitis Europa-Chef Jim Wright als elementar für die "Glaubwürdigkeit der Marke", wie er im Gespräch mit Handelsblatt Online sagt. Und auch Andy Palmer lässt sich von den überschaubaren Absatzzahlen sich nicht beirren. "Die Aussichten für Infiniti waren noch nie so glänzend", sagt er. Obwohl Lexus in Deutschland noch nicht einen Euro Gewinn gemacht hat, sagt Wright: "Es ist für uns möglich, in Europa profitabel zu agieren, sonst würden wir das nicht machen." Das werde in absehbarer Zeit und nicht erst in 20 Jahren gelingen.

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