Infiniti-Europachef
„Europa ist der größte Premiummarkt“

François Goupil de Bouillé will die Marke Infiniti in Europa ausbauen. Wie ihm dieses Vorhaben mit bisher 6.000 verkauften Modellen gelingen will, erzählt er im Interview mit Handelsblatt Online.
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ParisSie haben in Paris mit dem Q80 einen Ausblick gegeben, wie ein Oberklasse-Modell von Infiniti aussehen könnte. Wie sieht der Zeitplan für dieses Modell aus?
Es wird sicher noch ungefähr vier Jahre dauern, bis die Entwicklung soweit ist, dass wir in Serie gehen können. Aber wir verfolgen mehrere Ziele mit dem Q80: Zum einen, ist es natürlich wichtig, in diesem Segment vertreten zu sein. Zum anderen ist ein Spitzenmodell auch immer ein Imageträger für die ganze Marke. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat dieses Segment natürlich kein besonders großes Volumen, aber hier kann man zeigen, was man kann.

Also mehr Imagepflege als ein wirklicher Konkurrent für Audi, BMW und Mercedes?
Doch, doch. Wir wollen die etablierten Anbieter mit dem Q80 schon herausfordern. Wir wissen selbstverständlich wie stark die Deutschen in diesem Segment sind, wollen aber trotzdem mit ihnen um die Technologieführerschaft streiten. Und wir bringen ein ganz eigenes Design in dieses Segment ein.

Im Q80 haben Sie einen V6-Motor verbaut, gehört zur Oberklasse nicht auch ein V8?
Wir arbeiten natürlich nicht nur am Design, sondern auch an der Technik. Momentan haben wir aber in dieser Richtung nichts anzukündigen.

Auf dieser Messe ist ihr Stand sehr nah an Mercedes und weit entfernt von ihrem Mutterkonzern Nissan. Zufall?´
Es ist wichtig für uns, da zu sein, wo wir sein sollten: Da wo die anderen Premiumhersteller sind. Und die Nähe zu Mercedes ist für uns natürlich besonders positiv, immerhin pflegen wir eine enge Kooperation in vielen Bereichen, beispielsweise bei den Motoren. Wir betreiben gemeinsame Werke. Und unser Q30 basiert auf der A-Klasse von Mercedes. Von unserer Zusammenarbeit profitieren beide Seiten.

Trotz ihrer neuen Modelle ist Infiniti in Europa allerdings noch weit davon entfernt, wirklich ein Angreifer zu sein…
Wir sind sehr stark in den USA, wir entwickeln uns gut in China, jetzt wird es Zeit, dass wir uns auch in Europa weiterentwickeln. Was wir in den sechs Jahren in Europa gelernt haben: Es wird keinen Erfolg geben, wenn die Modellpalette nicht ordentlich aufgestellt ist. Europa ist der größte Premiummarkt, dort sind die Erwartungen an ein Auto traditionell extrem hoch. Da müssen wir zu einer echten Alternative werden und wirklich etwas Neues anbieten, wie beispielsweise unsere Q30. Ein Auto, das in Europa entwickelt wurde und gebaut wird.

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Vettel abgesprungen, trotzdem Erfolg in Europa?

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