Informationen aus Bankenkreisen
Iran will sich von Thyssen-Krupp-Aktienpaket trennen

Nach Angaben aus Bankenkreisen erwägt der Iran den Verkauf seiner 4,5-prozentigen Beteiligung am Mischkonzern Thyssen-Krupp. Derzeit werde bei Investmentbanken vorgefühlt, die den Deal arrangieren könnten, hieß es in den Kreisen.

HB DÜSSELDORF. Der Iran habe Anfang dieser Woche mit einigen Investmentbanken über den möglichen Verkauf des Thyssen-Krupp-Pakets gesprochen, allerdings hätten die wichtigsten amerikanischen Häuser wegen des angespannten Verhältnisses beider Länder bislang abgewunken, hieß es am Freitag in Bankenkreisen. Die vom Iran gehaltenen 23,17 Mill. Thyssen-Krupp-Aktien sind nach aktuellem Kurs etwa 390 Mill. € wert.

Den Kreisen zufolge war am Freitag noch unklar, ob der Iran bereits einem Institut ein Verkaufs-Mandat erteilt habe. Auch gebe es derzeit noch keine Hinweise auf den Zeitpunkt der möglichen Trennung von den Thyssen-Krupp-Aktienpaket. Von einer Seite wurde die Deutsche Bank als möglicher Transaktionspartner ins Gespräch gebracht. Die Frankfurter Großbank wollte sich dazu nicht äußern. Auch Thyssen-Krupp lehnte jeden Kommentar zu der Angelegenheit ab.

Am Freitagnachmittag notierten die im Dax gehandelten Titel von Thyssen-Krupp bei 13,48 € um 0,74 % niedriger. Die Aktien verloren bislang in diesem Jahr 14 % an Wert, sind aber 41 % teuer als im Mai 2003. Vor einem Jahr hatte der Aktionär Iran seine Beteiligung von damals knapp acht Prozent auf Drängen von ThyssenKrupp auf unter fünf Prozent verkleinert. Diesen Gefallen haben die Düsseldorfer mit der Zahlung des dreifachen des damaligen Marktpreises ihrer Aktien belohnt. Sie zahlten 406 Mill. € oder 24 € je Aktie.

Die USA hatten damals gedroht, Thyssen-Krupp auf eine „schwarze Liste“ zu setzen und von der Vergabe lukrativer Regierungsaufträge auszuschließen, sollte der Konzern den Einfluss des Iran als Großaktionär nicht verringern. Die USA haben das Land wiederholt der Unterstützung des Terrorismus bezichtigt. Thyssen-Krupp machte im Geschäftsjahr 2002/03 (zum 30. September) rund 20 % seines Umsatzes von 37 Mrd. € mit den USA.

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