Informationen aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen
Bayer verhandelt über Kauf von Roche-Sparte

Der Leverkusener Bayer-Konzern ist bei den Bemühungen, das Roche-Geschäft mit verschreibungsfreien Arzneimitteln zu übernehmen, offenbar weit vorangeschritten.

HB LONDON. In mit dem Vorgang vertrauten Kreisen hieß es am Montag, Bayer führe exklusive Verhandlungen über den Kauf der so genannten OTC-Sparte (over the counter) des Baseler Wettbewerbers. "Sie hatten Donnerstagnacht in der vergangenen Woche Exklusivität zugebilligt bekommen", verlautete aus den Kreisen. Eine Vereinbarung könne möglicherweise schon diese Woche oder nächste Woche angekündigt werden, obgleich die Gespräche noch scheitern könnten. Nach früheren Informationen aus Kreisen stand Bayer bis vor kurzem noch mit vier Beteiligungsgesellschaften im Bieter-Wettbewerb.

Die im Deutschen Aktienindex Dax notierte Bayer-Aktie lag am Montag in einem festeren Gesamtmarkt mit 1,62 % im Plus bei 23,80 ?. Bayer lehnte eine Stellungnahme ab. Bei Roche sagte ein Sprecher, das Unternehmen kommentiere keine Gerüchte. Befragt, ob eine Entscheidung noch diese Woche kommen könnte, ergänzte er: "Wir erwarten eine Entscheidung im zweiten Halbjahr. Darüber hinaus kann ich nichts sagen."

Bayer ist offenbar sehr am OTC-Geschäft von Roche interessiert. Einige Manager sähen den Erwerb sogar als "ein Muss" an, verlautete aus Branchenkreisen im vergangenen Monat. Für Bayer wäre das Roche-Geschäft nach Einschätzung von Analysten eine ideale Ergänzung zum eigenen Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten. Bayer hatte zudem klar gemacht, das konsumnahe OTC-Geaschäft in Zukunft noch stärker forcieren zu wollen. In mit dem Vorgang vertrauten Kreisen hatte es vor kurzem geheißen, die Leverkusener hielten einen Kaufpreis von rund zwei Mrd. ? nicht für zu hoch.

Roche will den OTC-Bereich, zu dem unter anderem das bekannte Magenmittel Rennie zählt, verkaufen und sich auf das höhere Gewinnmargen versprechende Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneien konzentrieren. Die Roche-Sparte erwirtschaftete 2003 einen Umsatz von 1,77 Mrd. Schweizer Franken.

Mit der Aufnahme exklusiver Verhandlungen mit Roche hat Bayer nun die Beteiligungsgesellschaften Kohlberg Kravis Roberts (KKR), BC Partners, Cinven und Paribas Affaires Industrielles vorerst aus dem Rennen geworfen. Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser war nach früheren Angaben aus den Kreisen bereits als Interessent ausgeschieden. Reuters hatte erfahren, dem Unternehmen sei der Preis zu hoch gewesen. Bayer arbeitet seit 1996 in den USA mit Roche bei Schmerzmitteln und Gesundheitsprodukten zusammen.

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