Infrastruktur
Wasserversorgern droht Regulierung

Die deutschen Wasserversorger stehen am Pranger. Der Verdacht: Preistreiberei. Jetzt gehen die Bundesländer in die Offensive und wollen die Unternehmen zwingen, ihre Preise zu senken. Warum die Branche sich gegen massive Vorwürfe wehren muss.

FRANKFURT. Die deutschen Wasserversorger müssen sich auf härtere Eingriffe in ihre Preisgestaltung einstellen. Nach Hessen rüsten sich weitere Bundesländer - darunter Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt - für eine schärfere Regulierung. Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts unter den dreizehn Flächenstaaten. Nach dem Vorbild des hessischen Wirtschaftsministeriums sammeln die Bundesländer Daten für die Preisfestsetzung ihrer Wasserbetriebe ein. Nach der Auswertung könnten von den Landeskartellbehörden empfindliche Reduzierungen verordnet werden.

Beim Kampf für günstigeres Wasser nimmt das Wirtschaftsministerium in Hessen eine Vorreiterrolle ein. Gegen sieben Wasserversorger erwirkte es Preisabschläge von bis zu 37 Prozent. Weitere Anbieter senkten nach Vorgesprächen von sich aus ihre Tarife. Für die Branche war das Vorgehen der Landesregierung in Wiesbaden ein Schock, plötzlich fand sie sich am Pranger wegen Preistreiberei. Bislang war dieser Platz für die Strom- und Gasanbieter reserviert.

Mit ihrer harten Linie nahmen die Kartellwächter als erstes den Kommunalversorger Enwag aus Wetzlar ins Visier, dem eine Preisreduzierung von 30 Prozent verordnet wurde. Das Unternehmen klagte vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt und verlor. Seit dem Urteilsspruch vom 18. November vergangenen Jahres ist in der Branche nichts mehr, wie es einmal war.

Parlierten die Wassermanager auf ihren Treffen früher über technische Details ihrer Leitungssysteme, steht nun der Punkt Regulierung ganz oben auf der Agenda. So auch bei der nächsten Veranstaltung, der am 30. März startenden Wasser-Messe in Berlin. Zu der Branchenschau werden Vertreter der meisten Wasserbetriebe kommen, der Markt ist mit 6 700 Anbietern stark zersplittert. "Das ist eine eingeschworene Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt", sagt ein Vertreter eines großen Versorgers.

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