Ingolstädter übernehmen Produktion und Vertrieb: Bäumler verbündet sich mit Cerruti

Ingolstädter übernehmen Produktion und Vertrieb
Bäumler verbündet sich mit Cerruti

Die Ingolstädter Bäumler AG hat mit dem italienischen Herrenmode-Konzern Cerruti eine Lizenzvereinbarung zur Produktion von hochwertigen Anzügen abgeschlossen. Das bestätigte Bäumler-Chef Sanjiv Singh dem Handelsblatt.

INGOLSTADT. Der Vertrag mit der italienischen Edel-Marke beginnt am 1. April 2009 und beinhaltet die Produktion sowie den europaweiten Vertrieb der Herrenkollektion Cerruti 1881.

Als erste Kollektion soll im Oktober 2009 die Frühjahrskollektion 2010 auf den Markt kommen. „Wir sind sehr stolz, Cerruti als Referenzmarke für unser Unternehmen gewonnen zu haben“, sagte Singh. Schließlich vereine Cerruti wie kaum ein anderes Unternehmen traditionelles Schneiderhandwerk, italienische Eleganz und modernen französischen Stil. Cerruti-Chef Florent Perrichon bezeichnete den Vertrag, der zunächst auf fünf Jahre befristet ist, als einen „Meilenstein“. Das dürfte der Deal vor allem für Bäumler sein, denn die Ingolstädter haben eine zehrende Restrukturierung hinter sich. Jahrelang sah sich das Unternehmen als Qualitätsführer im Bereich Herrenmode.

Aus diesem Selbstverständnis heraus verlagerte das einstige Familienunternehmen erst 2001 die Produktion ins Ausland, nachdem das französische Modelabel Yves Saint Laurent ein Lizenzabkommen nicht verlängert hatte und auf einen Schlag 30 Prozent des Umsatzes weggebrochen waren. Singhs Vorgänger, Günter Leibold, schloss die Produktionsstandorte in Deutschland und in Österreich und ließ fortan in Rumänien, Bulgarien, Ungarn und seit 2007 auch in China nähen. Er gliederte die Logistik an den Kontraktlogistiker ITG aus, errichtete in Ingolstadt eine neue Firmenzentrale und reduzierte die Anzahl der Marken von über zwölf auf drei: Bäumler, Ferraud und Kaiser Design. Die Finanzierung des Unternehmensumbaus sicherte der Einstieg des Finanzinvestors Luxemburg FI Participation Nr. 1, an dem sich je zur Hälfte eine Tochter der Credit Suisse und die Private-Equity-Firma EOS beteiligt.

Singh löste Leibold vor einem Jahr ab und soll Bäumler in den kommenden fünf Jahren auf nachhaltige Profitabilität trimmen. Da der Umsatz im Rahmen der Umstrukturierung in den vergangenen Jahren von über 100 auf zuletzt 87 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2007/2008) gesunken ist, ist der Vertrag mit Cerruti, der Branchenexperten zufolge zwischen sechs und zehn Millionen Euro pro Jahr wert sein könnte, ein erster Schritt, um diese Vorgabe zu erfüllen.

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