Inlandsnachfrage sehr erfreulich
Maschinenbau verzeichnet Auftragsplus

Der Maschinen- und Anlagenbau hat im Mai dank einiger Großprojekte einen überraschend starken Zuwachs beim Auftragseingang im Inland verzeichnet. Der seit Monaten anhaltende Negativtrend im Deutschlandgeschäft wurde damit zumindest unterbrochen.

Reuters FRANKFURT. Allerdings warnte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) vor übertriebener Hoffnung: „Wir gehen nicht davon aus, dass das jetzt schon der Umschwung ist“, sagte Konjunkturexperte Olaf Wortmann am Dienstag in Frankfurt. Der Verband halte an seiner Prognose fest, dass die Branche 2003 bei Produktion und Umsatz nur auf Vorjahresniveau liegen dürfe.

Schließlich hinterlässt nun auch die schwache Weltkonjunktur tiefe Spuren in den Auftragsbüchern der Maschinenbauer. Im Mai gingen die Auslandsorders deutlich zurück, die sich in den vergangenen Monaten noch als Stütze erwiesen hatten. Damit kehrte sich das Bild wachsender Auslands- und rückläufiger Inlandsbestellungen der vergangenen Monaten um. Wortmann verwies zur Begründung unter anderem auf die Lungenkrankheit SARS, die vor allem das wichtige China-Geschäft belastet habe.

Insgesamt rückläufige Orders

Die Bestellungen der heimischen Kundschaft stiegen nach VDMA-Zahlen im Mai um vier Prozent. Wegen des sechsprozentigen Rückgangs der Auslandsaufträge lag das Bestellvolumen aber insgesamt drei Prozent unter dem Vorjahreswert. Von einer Trendumkehr wollte der VDMA mit Blick auf die höhere Inlandsnachfrage nicht reden: „Das Inland hat uns stark überrascht. Daraus einen Trend abzulesen, ist noch zu früh“, kommentierte Chefvolkswirt Ralph Wiechers die Mai-Bilanz. Sein Kollege Wortmann verwies auf die Großaufträge, ohne die die Inlandsnachfrage „gegen Null geschmolzen“ wäre. Allerdings spüre die Industrie allmählich Anzeichen einer Besserung der schwachen Wirtschaftslage: „Seit zwei Monaten ist das Geschäftsklima im Aufschwung“, sagte Wortmann. „Wir haben die Chance, dass es bergauf geht.“

Im von kurzfristigen Konjunkturschwankungen weniger stark beeinflussten Dreimonats-Zeitraum März bis Mai lag der Auftragseingang der Branche insgesamt zwei Prozent niedriger als vor Jahresfrist. Die Inlandsbestellungen sanken hier um ein Prozent, aus dem Ausland kamen zwei Prozent weniger Aufträge.

Bisher war die Maschinenbaubranche wie vergleichbare Industrien auch davon ausgegangen, dass die Unternehmen in diesem Jahr wie bereits 2002 nur durch ihr Auslandsgeschäft wachsen. „Die Dynamik der Auslandsorders hat erneut nachgelassen“, urteilte nun jedoch der VDMA. So seien die Bestellungen außerhalb Deutschlands im Mai zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen. „Seit Beginn des Irak-Kriegs hat eine leichte Abwärtsbewegung eingesetzt.“

Wortmann begründete die gesunkene Auslandsnachfrage neben den Einbußen in Asien durch die SARS-Krise auch mit dem gestiegenen Euro-Wechselkurs. „SARS wirkt nach“, sagte er. Vor allem der für die Ausrüstungsgüterindustrie wichtige Wachstumsmarkt China sei vorübergehend geschwächt worden. „Und man spürt auch ein wenig die Euro-Aufwertung.“

2004 Chance auf Wachstum

Bis auf weiteres behält der VDMA seine Vorhersage für das Geschäftsjahr 2003 bei: „Die Prognosen sind nach wie vor realistische Schätzungen“, sagte Wortmann. Bisher rechnet der VDMA mit einer Stagnation. Die Produktion der Branche habe in den ersten fünf Monaten 2003 bereits nur auf Vorjahresniveau gelegen. Im kommenden Jahr könnte sich das Geschäftsklima aber durchaus bessern: „Ich habe den Eindruck, dass sich in den vergangenen Wochen die positiven Signale nicht nur in Deutschland sondern auch in Japan und den USA mehren“, sagte Wortmann. „2004 haben wir Chancen auf ein Wachstum.“

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