Innovationen
Japan treibt Elektroautos voran

Japans Konzerne arbeiten weiter an ihrer Vorreiterrolle bei Elektroautos. Nun hat der Elektrokonzern Toshiba einen neuen Typ von Autobatterien vorgestellt, die sich schon in wenigen Minuten aufladen lassen. Die Technik könnte bald zum Massenprodukt werden.

TOKIO. Japan setzt seine Offensive zur Einführung von Elektroautos fort. Kurz nachdem der Autohersteller Nissan angekündigt hat, über 13 chinesische Städte ein Netz von Stromtankstellen zu werfen, zieht der Elektrokonzern Toshiba anscheinend den Produktionsbeginn für einen neuen Typ von Autobatterien vor. Die Super Charge Ion Battery (Scib) habe Marktreife erlangt und werde in begrenzten Stückzahlen bereits den Autoherstellern zur Verfügung gestellt, berichtete die Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai“ aus Unternehmenskreisen.

Scib lassen sich nach Toshiba-Angaben in anderthalb Minuten aufladen. Sie eignen sich daher besonders für Steckdosenhybdridautos und reine Elektroautos, die der Benutzer nun bei einem vergleichsweise kurzen Stopp an der Tankstelle nachladen könnte. Die Batterien sollen 10 000 Ladezyklen überstehen, ohne allzu sehr nachzulassen.

Toshiba stellt derzeit pro Monat rund 150 000 Scib in Japan her. Das Unternehmen will jedoch möglichst ein zweites Werk bauen, um mit Anstieg der Nachfrage monatlich bis zu zehn Mill. Einheiten herstellen zu können. Eine praxistaugliche Batterie besteht aus mehreren dieser Einheiten. Toshiba verfügt damit nicht nur über eine der derzeit interessantesten Techniken, sondern auch über einen Vorsprung bei der Nähe zur Massenproduktion.

Honda kooperiert mit dem Batteriespezialisten Yuasa bei der Herstellung der künftig allgegenwärtigen Autokomponente. Toyota arbeitet mit dem Elektro-Marktführer Panasonic zusammen. Der Batteriespezialist Sanyo wird VW beliefern. Nissan will ab 2012 in Portugal Lithium-Ionen-Batterien produzieren. Ab diesen Zeitpunkt will das Unternehmen weltweit große Stückzahlen an reinen Elektroautos anbieten. Aus dem Werk soll auch Partner Renault mit den Stromspendern beliefert werden. Nissan arbeitet mit dem Elektrokonzern NEC zusammen.

Dem Marktforscher Fuji Keizai zufolge wird der Markt für Lithium-Ionen-Batterien in den kommenden Jahren um elf Prozent jährlich wachsen. Das japanische Wirtschaftsministerium hat als Ziel ausgegeben, bis 2030 Batterien zu entwickeln, die siebenmal mehr Energie aufnehmen als bisherige Modelle, aber nur ein Vierzigstel kosten. Toshiba macht jährlich knapp 60 Mrd. Euro Umsatz. Toshiba bietet bereits Scib für Notebooks und für elektrische Fahrräder an.

Nissan will in die ersten Elektroautos in China Anfang 2011 verkaufen. Andere Projekte zur Verbreitung reiner Elektroautos laufen bereits in Israel, Japan, den USA, Dänemark und Portugal.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking
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