Innovationen
Sabic hofft auf neue Kunststoffe

Nach einem heftigem Umsatzeinbruch setzt der saudische Chemiekonzern Sabic auf Wachstum. Doch statt andere Kunststoff-Produzenten aus dem Markt zu verdrängen, wollen die Saudis mit Neuentwicklungen punkten und so dem Polymer-Geschäft der Tochter SIP wieder auf die Beine helfen.

FRANKFURT. Der saudische Chemiekonzern Sabic vertraut ungeachtet der aktuellen Krise weiter auf das langfristige Wachstumspotenzial im Geschäft mit technischen Kunststoffen. "Unser Ziel bleibt es, doppelt so stark zu wachsen wie die Gesamtwirtschaft", sagte Charlie Crew, der Chef von Sabic Innovative Plastics (SIP), auf einer Präsentation des Unternehmens in Rüsselsheim.

SIP setzt dabei, wie Crew deutlich machte, weniger auf einen Verdrängungswettbewerb gegen andere Kunststoff-Produzenten als vielmehr auf Neuentwicklungen und die Substitution von herkömmlichen Materialien. "Wir sehen nach wie vor zahlreiche Möglichkeiten, etablierte Materialien durch neue innovative Kunststoffe zu ersetzen", sagte Crew.

Die Sabic-Tochter, die sich auf Hochleistungs-Polymere wie Polycarbonat, ABS und PEI konzentriert, ist aus der früheren Kunststoffsparte des US-Konzerns General Electric hervorgegangen, die Sabic 2007 für 11,6 Mrd. Dollar übernommen hatte. Mit etwa 6,5 Mrd. Dollar Umsatz im Jahr 2008 ist das Unternehmen einer führenden Anbieter von hochwertigen Kunststoffen und gleichzeitig einer der Hauptkonkurrenten von Bayer Material Science (BMS), der Kunststoffsparte von Bayer. Zum Sabic-Gesamtumsatz von umgerechnet rund 40 Mrd. Dollar steuerte SIP zuletzt rund 16 Prozent bei.

Mit der finanziellen Performance der einstigen GE-Tochter dürften die Saudis derzeit allerdings alles andere als glücklich sein. SIP publiziert zwar keine Zahlen, und Crew spricht lediglich von einer "sehr schwierigen" Marktsituation. Branchenkenner gehen aber davon aus, dass die Sabic-Tochter ähnlich wie viele andere Kunststoffproduzenten seit Mitte 2008 einen massiven Umsatz- und Ertragseinbruch zu verkraften hat und auf umfangreiche Unterstützung durch die finanzstarke Muttergesellschaft Sabic angewiesen ist.

Einer Studie von Standard & Poor?s zufolge erwirtschaftete SIP im vergangenen Jahr nur noch einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 280 Mio. Euro gegenüber mehr als 1,1 Mrd. Dollar im Jahr 2006. Unterm Strich, das heißt nach Abschreibungen und Finanzierungskosten, verblieb danach ein Fehlbetrag von rund zwei Mrd. Dollar. Im ersten Halbjahr dürften die Absatzmengen um gut ein Drittel eingebrochen sein. "Die Nachfrage dürfte sich langsam erholen, aber in den nächsten beiden Jahren noch schwach bleiben", schrieb S&P-Analyst Tobias Mock in einer Analyse.

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