Innovationskraft soll gestärkt werden
Pharmaindustrie klagt beim Kanzler und wird abgewiesen

HB BERLIN. Die Bundesregierung will nach Angaben aus Teilnehmerkreisen des Pharmagipfels bei Kanzler an ihrem Ziel festhalten, bei den Patent geschützten Medikamenten eine Milliarde Euro einzusparen.

An diesem Vorhaben ändere sich nichts, hieß es am Mittwoch in Berlin in Teilnehmerkreisen der Runde. Es solle aber überprüft werden, welche Arzneimittelgruppen künftig der Preisbindung unterworfen werden sollen.

Die Runde sei sich einig gewesen, die Innovationskraft des Pharma-Standorts Deutschland zu stärken. Die deutsche Pharmaindustrie hatte beklagt, die neuen Preisregelungen in der Gesundheitsreform würden insbesondere Firmen benachteiligen, die einen hohen Forschungsaufwand betreiben. Die gesetzlichen Krankenkassen hatten dagegen vor gewarnt, die Preisregelungen für Medikamente zu ändern.

Regierung will Scheininnovationen stoppen

Die Gesundheitsreform sieht vor, dass von 2005 an Patent geschützte Medikamente einer Preisbindung unterworfen werden, wenn sie keinen therapeutischen Zusatznutzen haben.

Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) hat wiederholt beklagt, Pharmafirmen würden mit Scheininnovationen den Patentschutz von Medikamenten künstlich verlängern, um so höhere Preise erzielen zu können. Der gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen hatte sich Mitte Juni auf Basis der Regelung für die scheininnovativen Medikamente auf neue Festbetragsregelungen geeinigt, die von der Pharmabranche heftig kritisiert worden waren. Das Sozialministerium hat bis Mitte August Zeit, die die Entscheidung des gemeinsamen Bundesausschusses zu prüfen.

In den Kreisen hieß es, überprüft werden soll nun der Zuschnitt der Festbetragsgruppen. Der gemeinsame Bundesausschuss hatte drei Arzneimittelgruppen gebildet. Dazu gehören Protonen-Pumpenhemmer zur Therapie von Magenerkrankungen, Sartane zur Behandlung von Bluthochdruck und Triptane zur Migränebehandlung. Am Dienstag hatte der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana erklärt, er befürchte Ertragseinbußen auf Grund der neuen Festbetragsregelungen. Altana hat Pantoprazol im Angebot, das zur Gruppe der Protonen-Pumpenhemmer gehört.

Seite 1:

Pharmaindustrie klagt beim Kanzler und wird abgewiesen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%