Innovationsoffensive
Henkel kämpft um Marktanteile

Mit Innovationen will der Konsumgüterkonzern Henkel in der Krise angreifen und bringt rund 44 neue und überarbeitete Produkte auf den Markt - so viele wie noch nie in der traditionsreichen Geschichte des Konzerns. Der Markenhersteller hat die Innovationsoffensive bitter nötig.

DÜSSELDORF. Der Konsumgüterkonzern Henkel greift in der Krise an und bringt in den nächsten Wochen 44 Neuheiten und überarbeitete Produkte auf den deutschen Markt. Das durch Pritt und Persil bekannte Unternehmen breche damit einen Rekord in der 133-jährigen Firmengeschichte, teilte Henkel mit. Den Angaben zufolge lagen die Investitionen in Forschung und Entwicklung allein im ersten Quartal 2009 bei knapp 100 Mio. Euro gegenüber 86 Mio. Euro in den ersten drei Monaten 2008. Das entspricht einer Steigerung von knapp 15 Prozent.

„Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, am Markt mit vielen neuen Produkten zu punkten“, begründet Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender von Henkel, das Produktfeuerwerk. „Wir möchten unsere Stärke als großer Markenhersteller ausspielen.“

„Bei Konsumartikelherstellern geht es in Krisenzeiten darum, Marktanteile zu sichern“, sagt Analystin Iris Schäfer von der LBWW. „Der Konsument fordert quasi stündlich nach neuen Produkten.“ Die Henkel-Innovationen kommen deshalb aus allen Produktbereichen, von Cremes über Duschgel, Deospray, Haarpflege- und Stylingprodukte, Colorationen, Zahnpasta, Klebstoffe, Reinigungsmittel, Waschmittel sowie Weichspüler.

Besonders der dem Markt für Waschmittel sei nicht schlechter verlaufen als im vergangenen Jahr, gab der Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) bekannt. „Der einzige Bereich, der Umsatzrückgänge zu verzeichnen hat, ist der Luxusbereich“, sagt IKW-Chef Bernd Stroemer.

Henkel hat die Innovationsoffensive bitter nötig. Der Konsumgüterkonzern startete mit einem Gewinneinbruch ins Jahr, für die ersten drei Monate verbuchten die Düsseldorfer einen um ein Drittel niedrigeren Gewinn von 117 Mio. Euro nach 219 Mio. Euro vor Jahresfrist. Auch operativ verdiente Henkel deutlich weniger. Das Ebit sackte von 320 Mio. im Vorjahr auf 218 Mio. im ersten Quartal. Schuld daran war vor allem der massive Rückgang bei Industrieklebstoffen. Trotz des miesen Ergebnisses bekräftigte Konzernchef Rorsted das Vorhaben, die Umsatzrendite bis 2012 auf 14 Prozent zu steigern.

Annika Reinert
Christine Weißenborn
Handelsblatt / Redakteurin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%