Innovationsstrategie des Kanzlers gerät unter Druck
Unternehmen sparen bei der Forschung

Der Innovationsstrategie der Bundesregierung droht ein herber Rückschlag: Die deutschen Unternehmen haben ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) 2003 nicht etwa erhöht, sondern sogar leicht zurückgefahren.

BERLIN. Für dieses Jahr gehen sie „tendenziell von einer weiteren Senkung aus“. Das ist das Ergebnis der jährlichen Befragung des „Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft“ bei den Unternehmen. Die Resultate der Befragung liegen dem Handelsblatt vor und werden am Freitag offiziell vorgestellt.

Zentrale Voraussetzung der Innovationsstrategie von Bundeskanzler Gerhard Schröder ist aber, dass Wirtschaft und Staat ihre FuE-Ausgaben deutlich steigern. Sie sollen „möglichst schnell“, spätestens aber bis 2010 drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen. Im vergangenen Jahr lag der Anteil in Deutschland jedoch lediglich bei 2,52 Prozent und damit nur minimal über dem Wert des Jahres 2000. Ohne ermutigende Signale der Politik müsse damit gerechnet werden, dass der gesamte Anteil von Forschung und Entwicklung am BIP nach 2003 auch in diesem Jahr wieder sinken wird, warnt der Stifterverband.

Der Rückgang der Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der Wirtschaft ist besonders gravierend, weil die Unternehmen schon heute zwei Drittel der gesamten FuE-Gelder aufbringen – und dies nach Schröders Willen auch weiter so bleiben soll. Der Forschungsetat des Bundes ist zuletzt sogar gesunken, auch die Länder kürzen vor allem bei den Universitäten.

Konkret hatten die Unternehmen 2002 genau 44,5 Mrd. Euro für FuE ausgegeben. Im vergangenen Jahr waren es 44,4 Mrd. Für 2004 kalkuliert der Befragung des Stifterverbandes zufolge ein Siebtel der Unternehmen mit einem weiteren Rückgang. Diese Unternehmen stehen aber für 60 Prozent der gesamten FuE-Aktivitäten der Wirtschaft.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%