Innovative Kinderwagen
Luxuskarren zum Schieben

Die Zeiten, in denen Kinderwagen nur dazu da waren, um ein Baby von A nach B zu schieben, sind vorbei. Ob kombinierter Baby-Auto-Sitz, verschiedene Sitz- und Liegepositionen oder Musik – zahlreiche Anbieter entwickeln wirkliche Neuheiten, die sowohl Mütter wie Väter ansprechen. Manch einer sieht die smarten Gefährte sogar dafür geeignet, die Geburtenrate anzukurbeln.

KÖLN. Adjiedj Bakas, ein Trendforscher aus Holland, hält Kinderwagen sogar für geeignet, um die Geburtenrate anzukurbeln: „Um den Menschen das Kinderkriegen schmackhaft zu machen, tun Hersteller gut daran, Produkte zu entwerfen, die auch den Eltern gefallen“, sagt Bakas.

Diese Einsicht scheint sich herumzusprechen. „Die Zahl der Innovationen ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen“, bestätigt Margriet van Zijl, zuständig für die Entwicklung neuer Geschäftsfelder bei Dorel. Mit Marken wie Quinny zählen die Kanadier zu den bedeutenden Kinderwagenanbietern. „Die Branche holt nach, was andere Industrien schon lange gemacht haben.“ Sie verlagern die Produktion nach Fernost, investieren in Forschung und Entwicklung und stocken das Marketingbudget auf. So hoffen sie, die wegen des Geburtenrückgangs sinkende Nachfrage über teurere Modelle wettzumachen.

Zahlreiche Anbieter versuchen, die Eltern über Zusatznutzen zu ködern. So bietet das bayerische Unternehmen TFK mit seinem Modell Cargo einen Babyautositz an, der über ein Gelenk zur horizontalen Kinderwagenwanne verstellt werden kann. „Eltern kaufen damit zwei Produkte in einem“, sagt Sonja Keuzer von TFK. Bei herkömmlichen Kinderwagen ist nämlich ein Soft- oder Harttop integriert, das nicht für die Fahrt im Auto zugelassen ist. In den gängigen Autositzen, etwa von Maxi Cosi oder Römer, können die Babies wiederum nicht ausgestreckt liegen.

Der neuseeländische Anbieter Phil & Teds wendet sich an Eltern mit zwei Kleinkindern: Der Karren namens Inline beherbergt platzsparend zwei Sitze hintereinander oder Liegeplätze untereinander. „Es ist ein Buggy, der Raum für zwei Kinder bietet, vier verschiedene Sitz- und Liegepositionen ermöglicht und bis zu sechs Jahre einsetzbar ist“, sagt Richard Shirtcliffe, Marketingleiter von Phil & Teds. Vorne könne ein 25-Kilo-Kind Platz nehmen, hinten betrage die maximale Traglast 15 Kilo. Mit seinen ausgefallenen Ideen ist die 1998 gegründete Firma schon in 42 Ländern vertreten. Einige Prominente ließen sich mit den Produkten fotografieren – ein beliebtes Mittel der Babyausstatter, die Herzen der Eltern zu gewinnen. Schließlich wird bei der Startausrüstung, oft gesponsert von den Großeltern, nicht auf jeden Cent geguckt.

Welche Dimensionen der Kinderwagenmarkt angenommen hat, errechnete die Wiener Interconnection Consulting Group: Demnach wurden 2006 in Deutschland fast 132 Mill. Euro für die 916 300 Babymobile ausgegeben. Der europäische Umsatz lag bei 830 Mill. Euro.

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