Inselstreit
Toyota will nach Kaufboykott Produktion aussetzen

Der japanische Autobauer will laut Medienbericht die Herstellung in seinem wichtigsten chinesischen Werk zeitweise stoppen. Damit reagiert der Konzern auf den Einbruch der Verkaufszahlen wegen eines Inselkonflikts.
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TokioDer japanische Autohersteller Toyota will offenbar für eine Woche die Produktion in seinem wichtigsten Montagewerk in China stoppen. Hintergrund sei der Einbruch der Verkaufszahlen wegen des Streits zwischen China und Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer, berichtete die japanische Zeitung „Asahi Shimbun“ am Dienstag. Toyota werde die Produktion in Tianjin im Großraum Peking ab Montag aussetzen. In dem riesigen Werk mit knapp 13.000 Angestellten wurden 2011 rund 500.000 Wagen montiert.

Das Montagewerk steht für rund 60 Prozent der Toyota-Produktion in China. Ein Toyota-Sprecher in Tokio wollte den Bericht nicht kommentieren. Produktionsanpassungen seien Teil der normalen Unternehmenspraxis, sagte er.

Toyota und andere japanische Autohersteller wie Honda und Nissan hatten die Produktion in China - dem weltgrößten Automarkt - in den vergangenen Wochen bereits zurückgefahren, weil die Verkaufszahlen wegen des Inselstreits zurückgingen. Im September hatten in China zehntausende Menschen protestiert und zum Teil zum Boykott japanischer Produkte aufgerufen.

Die Inselgruppe - in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt - liegt etwa 200 Kilometer vor der Küste Taiwans und rund 400 Kilometer von der japanischen Insel Okinawa entfernt. Vier der fünf Inseln waren bislang in japanischem Privatbesitz, eine gehört der Stadt Tokio. Die japanische Regierung kaufte kürzlich drei der Inseln - was den seit langem schwelenden Konflikt verschärfte. Der Archipel liegt strategisch günstig, und es werden größere Erdöl- und Erdgasvorkommen auf dem Meeresgrund vermutet. Neben China beansprucht auch Taiwan die Inseln für sich.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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