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BAE Systems: Transatlantische Strategie

Der Ausstieg des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems bei Airbus ist in mehrerer Hinsicht ein Signal: Zum einen unterstreicht er die transatlantische Ausrichtung der Briten, zum anderen die volle Konzentration auf das Rüstungsgeschäft. Doch viele Analysten sehen den Ausstieg aus dem europäischen Konsortium als Startschuss für neue Akquisitionen, womöglich gar für einen großen Sprung, der BAE in den USA auf einen Spitzenplatz katapultiert. Das Unternehmen selbst bemüht sich bereits, allzu hoch geschraubte Erwartungen zu dämpfen.

LONDON. BAE Systems hat seit der Jahrtausendwende bereits einen weiten Weg zurückgelegt. Vor wenigen Jahren noch steckte der Konzern in der Krise. Teure Fehlschläge bei Projekten für die britische Regierung, Managementfehler und Verzögerungen im Eurofighter-Programm brachten mehrere Verlustjahre in Folge. Die Airbus-Erfolge halfen, BAE in der Luft zu halten.

Parallel zur geopolitischen Achse Washington-London entwickelte der Konzern eine transatlantische Strategie. Weg von den schrumpfenden Rüstungsmärkten Europas, hin zu den Fleischtöpfen des Pentagon. Gleichzeitig verstärkte BAE sich in der lukrativen Rüstungselektronik. Der Kauf des US-Heerestechnik-Herstellers United Defense hat BAE in den USA zu einem bedeutenden Lieferanten der US-Armee gemacht. Rund 30 Prozent des Umsatzes erzielen die Briten nun schon mit dem Pentagon.

Das ist mehr als mit der britischen Regierung, doch auch hier läuft das Geschäft jetzt weit besser als vor ein paar Jahren. Eine neue Strategie des Verteidigungsministeriums garantiert BAE praktisch die Rolle des Hoflieferanten. Die Regierung sorgt durch langfristige Planung für stabilere Einnahmen und beteiligt sich zugleich stärker an den technologischen Risiken bei der Entwicklung neuer Waffensysteme. Auf Wunsch der Regierung betreibt BAE die Integration der Rüstungswerften, doch der erste Anlauf einer Dreierfusion mit VT Group und Babcock International ging schief. Weitere Anläufe dürften kommen, denn das Mega-Projekt zum Bau zweier neuer Flugzeugträger zwingt die Unternehmen ohnehin in eine enge Kooperation.

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