Inside: BASF
Auf der Sonnenseite

Nur wenige Industrieunternehmen haben in den vergangenen Jahren soviel an Standing gewonnen wie die BASF. Aus Kapitalmarktsicht wandelte sich der Ludwigshafener Konzern gewissermaßen vom kapitalhungrigen „Rohstoffladen“ zum Ertrags- und Dividenden-Champion der Chemiebranche.

FRANKFURT. Immerhin hat sich seit dem letzten Konjunkturhöhepunkt der operative Gewinn von BASF mehr als verdoppelt und der frei verfügbare Cashflow auf über drei Mrd. Euro fast verzehnfacht. Und nach dem Gewinnanstieg im ersten Quartal sind die Chancen gewachsen, dass der Konzern 2007 abermals ein Rekordergebnis ausweisen kann.

Bei allen Erfolgen ist es schwierig, substanzielle Effizienzsteigerungen und externe Ertragsfaktoren auseinander zu dividieren. Denn einen erheblichen Anteil seiner Gewinnzuwächse der vergangenen Jahre verdankt der Chemiekonzern dem parallelen Boom der Öl- und Petrochemiemärkte. Allein der Ölpreis-Anstieg seit Anfang des Jahrzehnts dürfte auf operativer Ebene mehr als eineinhalb Mrd. Euro Ergebniszuwachs für die Öl und Gassparte der BASF geliefert haben.

Zudem war diese Ölpreis-Explosion keine Belastung für das Petrochemiegeschäft, sondern ein Segen. Der rohstoffgetriebene Preisanstieg, kombiniert mit einem schwachen Kapazitätsausbau, sorgte in diesem Segment des Chemiemarktes für eine drastische Verbesserung der Margen, woran auch der diversifizierte Chemieriese BASF partizipierte. Das heißt, man bewegt sich nicht nur mit dem Energiegeschäft, sondern auch mit Teilen der Chemie auf der Sonnenseite der Branchenkonjunktur.

Ein Rückfall der Markt-Konditionen, etwa auf das Niveau des Jahres 2001, hätte gravierende Folgen für das Ertragsniveau der BASF. Zwar gibt es dafür momentan keinerlei Anzeichen. Das Gedankenspiel erklärt aber, warum die Börse den Aufstieg des Konzerns nur zaudernd honorierte, und zeigt, welche Herausforderung mit dem Ziel einhergeht, die Ertragskraft zu verstetigen.

Die jüngsten Akquisitionen wie Engelhard und Degussa Bauchemie dürften bei weitem noch nicht ausreichen, um den zyklischen Abhängigkeiten zu entfliehen. Im Prinzip müsste BASF also weiter zukaufen.

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