Inside: Bayer
Pragmatismus gefragt

Als Werner Wenning vor vier Jahren die Führung von Bayer übernahm, befand sich der Leverkusener Konzern mitten im Niedergang. Inzwischen ist er fast schon wieder zu alter Stärke zurückgekehrt. So gesehen kann sich die Strategie des Bayer-Chefs durchaus sehen lassen, wenn sie auch nach außen mitunter wankelmütig und opportunistisch erscheint.

FRANKFURT. Die schmerzhaftesten Einschnitte, mit denen er auf Lipobay-Debakel und Chemieflaute reagierte, bewältigte Wenning in seinen ersten beiden Jahren. Seither hat sich die finanzielle Verfassung von Bayer enorm verbessert. Gemessen an den bereinigten Ertragszahlen und Prognosen dürfte der Konzern 2006 erstmals wieder an die Spitzenwerte der späten 90er Jahre anknüpfen. Und mit der Übernahme von Schering kehrt Bayer nun ins Mittelfeld der Pharmaindustrie zurück.

Die jüngsten Daten der Leverkusener zeigen aber zugleich auch die Grenzen der Strategie. Zwei der drei Teilkonzerne - Crop Science und Material Science - bewegen sich mit ihren Ertragsperspektiven zusehends in dünnerer Luft und lassen sich über Akquisitionen kaum noch ausbauen. Die Agro-Sparte benötigt mangels Wachstum ein neues Sparprogramm, soll sie die vorgegebenen Renditeziele erreichen. Im eher zyklischen Kunststoff-Geschäft profitierte Bayer in den vergangenen beiden Jahren vom Chemieboom.

Inzwischen gehören die Leverkusener in diesem Bereich wieder zu den profitabelsten Herstellern der Branche. Weitere Steigerungen dürften schwierig werden, zumal Konkurrenten wie BASF, GE oder Huntsman derzeit heftig in den Bayer-Paradedisziplinen Polyurethane oder Polycarbonate investieren.

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