Inside: Berentzen
Der Realität entrückt

Der bisherige Vorstandsvorsitzende der Berentzen-Gruppe, Jan B. Berentzen, beschränkt sich ab 1. Juli 2006 auf seine Funktion als Gesellschafter des Unternehmens.

DÜSSELDORF. Dieser Schritt kommt nicht überraschend, allenfalls der Zeitpunkt, zu dem dies geschieht. Denn Berentzen war bereits seit einem Jahr das, was man in den USA „a lame duck“ – einen Unternehmenslenker ohne Zukunft – nennt. Nach einem ausgedehnten Machtkampf zweier rivalisierender Familienstämme hatte sich Jan B. Berentzen, der das Unternehmen zuletzt ohne rechte Fortüne geleitet hatte, zum Rückzug in den Aufsichtsrat für Anfang 2007 bereit erklärt.

Vor allem die Düsseldorfer Aktionärsgruppe Pabst & Richarz, die mehr als ein Drittel der Berentzen-Anteile besitzt, hatte eifrig am Stuhl des 53-Jährigen gesägt. Teils offen, teils hinter vorgehaltener Hand warfen die einstigen Eigentümer einer Weinbrennerei, die 1988 ein umfangreiches Handelsmarkensortiment als Mitgift in die „Ehe“ mit Berentzen eingebracht hatte, dem Vorstandsvorsitzenden Missmanagement vor.

Auf der Bilanzpressekonferenz im März konnte Jan B. Berentzen konnte diesen Eindruck nicht widerlegen. Nein, er leistete seine Kritikern sogar nach Vorschub. Denn schon wieder verschloss sich Berentzen der verlustreichen Realität des Spirituosenherstellers und meldete: „Berentzen erzielt 6,8 Millionen Euro Jahresüberschuss.“

Das war aber nur die halbe Wahrheit. Denn nur mit dem Verkauf der Beteiligung an der norwegischen Arcus-Gruppe rettete sich Berentzen in die schwarzen Zahlen und konnte nach langer Durststrecke endlich wieder eine Dividende zahlen. Operativ hingegen blieb das Ergebnis mit einem Verlust von 2,7 Millionen Euro tiefrot.

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