Inside: Bilfinger Berger
Weniger Risiko, mehr Rendite

Vorsicht zahlt sich aus. Das hat sich wohl auch Herbert Bodner gedacht, der Chef des zweitgrößten deutschen Baukonzerns Bilfinger Seit Februar hat der MDax-Wert um mehr als 40 Prozent zugelegt, auf aktuell 57 Euro. Zwar war die Aktie von Branchenprimus Hochtief schon immer etwas teurer, aber der Abstand schrumpft. Der Essener Rivale schaffte seit Februar nur eine Kurssteigerung um gut ein Fünftel auf zuletzt 74 Euro.

Zwar war die Aktie von Branchenprimus Hochtief schon immer etwas teurer, aber der Abstand schrumpft. Der Essener Rivale schaffte seit Februar nur eine Kurssteigerung um gut ein Fünftel auf zuletzt 74 Euro.

Die Börse hat offenbar Gefallen an der eher zurückhaltenden Strategie von Bilfinger im Baugeschäft und dem starken Ausbau des vergleichsweise ertragsstarken Baudienstleistungsgeschäfts gefunden. Vorstandschef Bodner bekräftigte zuletzt auf der Hauptversammlung, dass sich der Konzern weiterhin auf weniger riskante, aber dennoch rentable Projekte konzentrieren will. Risikomanagement und Qualität der Aufträge stünden an oberster Stelle.

Das hat sich bereits ausgezahlt: Im deutschen Hochbaugeschäft erzielt Bilfinger ein ausgeglichenes Ergebnis, während Hochtief dort in die roten Zahlen gerutscht ist. Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter rechnet nach einem Umbau erst ab kommenden Jahr mit einem Gewinn. Er begründete die Verluste mit hohen Preissteigerungen bei Vormaterialien wie Stahl und Glas. Auch die Preise für Subunternehmen seien stark gestiegen und hätten ebenfalls nicht an die Kunden abgewälzt werden können. Bilfinger hatte offenbar viel früher auf die Bremse getreten und wenig rentable Aufträge nicht angenommen.

Auch beim Aufbau des ServiceGeschäfts sind die Mannheimer weiter als Hochtief. Beide Konzerne bauen seit Jahren durch Zukäufe Baudienstleistungen aus, um sich vom zyklischen und wetterabhängigen Baugeschäft unabhängiger zu machen. Dabei setzen sie aber unterschiedliche Schwerpunkte. Hochtief konzentriert sich auf baunahe Projekte, wie zum Beispiel Bau und Management von Flughäfen. Bilfinger baut dagegen den Bereich Wartung und Instandhaltung von Immobilien stark aus. Durch die Übernahme der Sparte Gebäudemanagement von M+W Zander stieg Bilfinger gerade zum größten deutschen Anbieter dieser Immobiliendienste auf. Der Umsatz verdoppelte sich auf einen Schlag auf über eine Milliarde Euro. Der Markt ist noch lange nicht ausgereizt. Nur knapp die Hälfte aller sogenannter Facility-Dienste werden bislang von externen Dienstleistern gemanagt. Allerdings konzentrieren sich die Baukonzerne auf anspruchsvolle und damit höherwertige Leistungen. Dienste wie Reinigung oder Catering vergeben sie an Dritte.

Der Fortschritt Bilfingers beim Wandel vom Baukonzern zum Baudienstleister spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Mit Immobilien- und Industrieservice sowie der Modernisierung von Kraftwerken setzte Bilfinger im Vorjahr 3,6 Milliarden Euro um - ein Drittel der Konzernleistung. Das operative Ergebnis der Sparte betrug 180 Millionen Euro, sie lieferte damit drei Viertel zum Konzernergebnis. Die vergleichbaren Zahlen von Hochtief liegen deutlich darunter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%