Inside: BMW
Die grüne Dynamik

Im Hause BMW werden die Köpfe zusammengesteckt. Der Marktführer für Automobile des gehobenen Anspruchs denkt über die Zukunft nach. Denn das Heute hat bereits eine Reihe von Schönheitsfehlern. Strategisch wird es enger, nachdem Daimler seine ganze Kraft auf Mercedes konzentriert.

MÜNCHEN. „Strategieprozess“ nennt Konzernchef Norbert Reithofer die Klausur der Führungsriege, die über den ganzen schönen bayerischen Sommer dauern soll. Es geht um eine neue Strategie, die BMW bis zum Jahr 2018 einschlagen will. Reithofer ist das Thema sehr ernst. Wird sein bis 2011 befristeter Vertrag verlängert, könnte er bis 2016 an der Konzernspitze stehen.

BMW hat eine beispiellose Erfolgsgeschichte hinter sich. Seit der Trennung von Rover hat der Konzern fast alles richtig gemacht. Eine stimmige Modellpolitik und ein effizientes Produktionssystem sind Maßstab für die Branche. 2006 verbuchten die Münchener ein weiteres Rekordjahr. Aber das sind die Erfolge von gestern.

Das Heute hat bereits eine Reihe von Schönheitsfehlern. Das stehen zunächst einmal 666 Millionen Euro Währungsbelastung in der Bilanz. Die Rendite im Autogeschäft sinkt. Die Münchener produzieren zwar in den USA, doch offensichtlich nicht genug. Zu spüren bekommt das jetzt der österreichische BMW-Partner Magna Steyr. Der Nachfolger des Geländewagens X3 wird bei BMW in South Carolina gebaut.

Strategisch wird es enger. Daimler pumpt nach der Trennung von Chrysler seine ganze Kraft in die Stammmarke Mercedes. Audi greift nicht nur in Europa immer selbstbewusster nach der Stammkundschaft der Münchener. Am meisten aber ärgert die BMW-Manager der Erfolg des Branchenprimus Toyota und dessen Edelmarke Lexus. Die Japaner haben es in den USA geschafft, mit kombinierten Antrieben aus Elektro- und Ottomotor als besonders umweltfreundlich wahrgenommen zu werden. Lexus ist dort ein Statussymbol mit neuen, sanften Attributen.

Der Lexus-Erfolg verweist auf das BMW-Kernproblem. Wie kaum eine andere Marke leben die Münchener vom Mythos der unbegrenzten Mobilität. Spritverbrauch und Emissionen spielten bislang kaum ein Rolle. Doch der freie Individualverkehr wird in den meisten Ballungsräumen des 21. Jahrhunderts die Ausnahme sein. Schon jetzt nimmt die Fließgeschwindigkeit des Autoverkehrs stetig ab. Von China über Europa bis in die USA drohen massive Emissionsbeschränkungen. Das gefährdet die Geschäftsgrundlage von BMW.

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