Inside: Brenntag
Wette auf die Zukunft

Chemie ist überall. Der Chemielogistiker Brenntag entwickelte aus dieser Erkenntnis sein Geschäftsmodell: Von weltweit 300 Standorten aus versorgt das Mülheimer Unternehmen Kunden aus der verarbeitenden Industrie mit Industrie- und Spezialchemikalien. Eine Erfolgsgeschichte.

DÜSSELDORF. Im vergangenen Jahr verbuchte der Weltmarktführer der Chemiedistribution mit 9 200 Mitarbeitern einen Umsatz von 5,3 Milliarden Euro. Eine Erfolgsgeschichte.

Das sah die Deutsche Bahn vor drei Jahren nicht so. Brenntag war durch den Kauf des Logistikkonzern Stinnes ebenfalls zur Bahn gekommen – doch die Bahn interessierte sich nur für die Stinnes Speditionstochter Schenker. Da die Bahn damals über eine unsichere Finanzlage klagte, kamen die 1,4 Milliarden Euro vom US-Finanzinvestor Bain Capital für den Verkauf von Brenntag gerade recht. Brenntag erzielte seinerzeit einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro und einen Gewinn von 104 Millionen Euro. Teil des Geschäfts war außerdem der Verkauf der Stahlhandelsgesellschaft Interfer durch die Bahn.

Wenn Bain Capital seine Beteiligung an Brenntag jetzt für geschätzte drei Milliarden Euro an die britische BC Partners veräußert, bleibt ein satter Gewinn übrig. Die Private-Equity-Gesellschaft hat viel Geld aus dem Unternehmen abgezogen und die Brenntag-Bilanz dafür kräftig mit Schulden beladen. Eine auf den ersten Blick wundersame, aber in der Private-Equity-Branche übliche Geldvermehrung – einige Analysten vermuten, dass sich das eingesetzte Kapital vervier- bis verfünffacht hat.

Nun will die britische Beteiligungsgesellschaft BC Partners die Story von der schönen Geldmaschine fortschreiben. In drei oder vier Jahren folgt dann vermutlich ein erneuter Eigentümerwechsel. Dieses Vorgehen erinnert an ein Schneeballgeschäft. So lange jemand glaubt, nach einiger Zeit wieder einen anderen zu finden, der sein Geld bei Brenntag investiert, wird das Ganze gut gehen.

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