Inside: Ciba Spezialitätenchemie
Schlank oder mager?

Die Spezialchemie steckt in einer bedauernswerten Situation. Sie ist sich nicht im Klaren, welche Richtung sie schlussendlich einschlagen soll. Anbieter wie die Schweizer Ciba führen es vor.

ZÜRICH. In dem Buch über die abenteuerlichen Reisen des Doktor Doolittle gibt es ein Fabelwesen namens „Stoßmichziehdich“. Das arme Tier hat vorne und hinten einen Kopf und kommt nicht voran, weil es sich nie über die Richtung im Klaren ist. Die Spezialchemie steckt in einer ähnlich bedauernswerten Klemme.

Der eine Kopf sieht zu, wie die Anbieter von Basischemikalien ihre Preise erhöhen und rät dazu, die Kosten weiterzugeben. Der andere Kopf muss feststellen, dass die Endabnehmer viel mächtiger sind als ihre Lieferanten und die Preissteigerungen nicht akzeptieren. Als Antwort auf dieses Stoßmichziehdich-Problem fällt Ciba-Chef Armin Meyer nur ein Satz ein: „Wir müssen ebenfalls stark sein.“

Sehr stark, wie sich inzwischen zeigt. Während Konkurrenten wie Lanxess, Degussa sowie die Schweizer Ems-Chemie ihre Betriebsgewinne ohne Aufhebens gesteigert haben, segelt Ciba von einem Sparprogramm ins nächste, angeblich, um endlich zu der Größe zu finden, die der Stärke entspricht. Im gesamten ersten Halbjahr wuchs der Betriebsgewinn um fünf Prozent, also deutlich langsamer als der Umsatz, der um neun Prozent zunahm. Diese Relation illustriert das Margenproblem des Spezialchemie-Herstellers.

Und weil die Gruppe im Branchenvergleich in vielen Geschäften zu magere Margen erwirtschaftet, muss weiter gespart werden. Die Kosten sollen bis 2009 um rund 300 Millionen Euro sinken. Betroffen vom Sparprogramm sind 2 500 Mitarbeiter, darunter etwa 300 in Deutschland. Meyer will auf diesem Weg eine Erhöhung der Betriebsgewinn-Marge von mindestens einem Prozentpunkt pro Jahr erreichen.

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