Inside: Cognis
Warten auf Nachrichten

Die zunehmend höhere Lebenserwartung der Menschen und ihr gestiegenes Umweltbewusstsein sind zu Megatrends für die gesamte Pharmabranche geworden. Das im rheinischen Monheim ansässige Spezialchemieunternehmen Cognis hat das erkannt und setzt mit seinen Produkten auf Gesundheit und Nachhaltigkeit. Damit ist es am Markt gut positioniert.

FRANKFURT. So setzten die Monheimer auf natürliche Öle und Fette, Pflanzen und Extrakte als Rohstoffe, haben damit auch in den vergangenen Jahren das operative Ergebnis kontinuierlich verbessert. Höhere Rohstoff- und Energiekosten wurden zuletzt durch Preiserhöhungen und Sparmaßnahmen kompensiert. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten 2007 um vier Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich um 2,3 Prozent auf 167 Millionen Euro.

Soweit sollte man sich um Cognis keine allzu großen Sorgen machen - wäre da nicht die finanzielle Kehrseite. Unter dem Strich steht nämlich wegen hoher Sondereinflüsse - Finanzierungskosten - ein Verlust von 82 Millionen Euro. Zwar wurden die laufenden Finanzierungskosten nach einer Refinanzierung im Sommer 2007 um jährlich 74 Millionen Euro gesenkt und damit die Liquidität verbessert. Doch damit erhöhte sich die Verschuldung noch einmal deutlich. Die Nettofinanzverschuldung stieg zuletzt von 2,2 auf 2,4 Milliarden Euro, der Überschuss wurde zudem durch Einmalaufwendungen im Zuge der Refinanzierung belastet.

Auch für das gesamte Jahr 2007 ist daher bei Cognis von einem Verlust auszugehen. Die Belastungen sind vor allem entstanden durch Sonderzahlungen an die Finanzinvestoren Permira und Goldman Sachs, die im Jahr 2001 die wenig profitable Sparten vom Düsseldorfer Chemiekonzern Henkel übernommen hatten.

Entwarnung gibt zumindest der Investor. Thomas Jetter ist Partner bei der Beteiligungsgesellschaft Permira und dort für die Chemiesparte zuständig. Der Fondsmanager ist neben seinem Engagement an Cognis weitere Chemiebeteiligungen eingegangen, etwa am japanischen Agrarchemiekonzern Arysta oder am ungarischen Chemiekonzern Borsodchem, und wehrt sich damit gegen den Vorwurf, Permira habe Cognis finanziell "ausgenommen". Man habe nicht das operative Geschäft belastet, argumentiert Jetter, zudem sei sogar mehr investiert worden als zu Henkels Zeiten.

Doch vom einst propagierten Ziel, Cognis bis spätestens 2008 an die Börse zu bringen, haben die Investoren längst Abschied nehmen müssen. Und das schon deutlich vor der Finanzkrise und der schwachen Börse. Bislang haben sich potenzielle Käufer auch von den hohen Preisvorstellungen abschrecken lassen.

So muss wenigstens das operative Geschäft gestärkt werden. Neben laufenden Sparmaßnahmen gehört zur Verbesserung der Profitabilität auch der Verkauf von weniger lukrativen Geschäften. Die zu verkaufenden Abteilungen sind bereits bestimmt, Verhandlungen laufen angeblich ebenfalls. Jetzt warten alle nur noch auf konkrete Nachrichten.

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