Inside: Continental
Verlockende VDO

Die Wandlung ist bemerkenswert: Noch vor wenigen Jahren galt der Autozulieferer Continental als Sanierungsfall. Schwerfällig, verschlungene Entscheidungswege, viel zu hohe Kosten. Diese Zeit gehört der Vergangenheit an, jetzt denkt der Reifenhersteller über Zukäufe nach. Das ideale Objekt für die Niedersachsen: Die Siemens-Zuliefersparte VDO.

DÜSSELDORF. Kaum jemand interessierte sich für den Reifenkonzern aus Hannover, der mit der Fahrzeug-Elektronik ein zweites Standbein besitzt. Doch dann kam Manfred Wennemer. Er begann damit, dem Konzern schlankere Strukturen zu geben, verlagerte die Reifenproduktion zum Teil nach Osteuropa, und auch an den deutschen Standorten gelang dem Conti-Chef eine durchgreifende Kostensenkung. Aus dem Sanierungsfall wurde eine echte Wachstumsstory. Von Jahr zu Jahr legte Wennemer Rekordzahlen vor – besonders bei den Erträgen konnte das Unternehmen glänzen. Die Börse honorierte den strammen Kurs von Wennemer. Ein Kursplus von mehr als 500 Prozent in den vergangenen fünf Jahren stellt alle anderen Dax-Unternehmen in den Schatten. Aktuell beträgt der Börsenwert 15,5 Milliarden Euro.

Die Führung von Continental hat viel erreicht. Wie soll es nun weitergehen? Auch Wennemer hat sich diese Frage gestellt und eine Antwort gefunden: mit einem ordentlichen Zukauf. Siemens will sich von seiner Zuliefersparte VDO trennen, das ideale Objekt für den Konzern aus Niedersachsen. Siemens präferiert im Moment zwar noch den Börsengang von VDO. Doch wenn das Angebot stimmt, würden die Münchener ihre Zuliefersparte vielleicht auch verkaufen. VDO kommt auf gut zehn Milliarden Euro Umsatz und hat 50 000 Beschäftigte.

Zehn Milliarden Euro würde Conti angeblich für die Siemens-Tochter ausgeben wollen, ein stolzer Preis. Doch die Investition könnte sich für den hannoverschen Konzern lohnen. Mit VDO würde Continental den technologisch anspruchsvollen Bereich der Autoelektronik entscheidend stärken. In der Branche wird schon kolportiert, die Norddeutschen mutierten dadurch zur „zweiten Bosch“. Das Reifengeschäft würde bei Conti massiv an Bedeutung verlieren.

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