Inside: Danone
Hans im Glück

Kekse gegen Babynahrung: Wie Grimms Märchenheld Hans im Glück riskiert Danone-Chef Franck Riboud, durch vermeintlich lukrative Tauschgeschäfte immer ärmer zu werden. Der Tausch seiner Kekssparte gegen den Babynahrungshersteller Numico kommt einer Wertvernichtung gleich.

DÜSSELDORF. Wie verzweifelt muss eigentlich Danone-Chef Franck Riboud sein? Stolze 12,3 Mrd. Euro will er für den Kauf des niederländischen Babynahrungsherstellers Numico auf den Tisch blättern, satte 44 Prozent mehr als der durchschnittliche Börsenwert des Konzerns in den letzten drei Monaten. International üblich ist allenfalls die Hälfte.

Danone erhält damit zwar die Kontrolle über 40 Prozent des europäischen Marktes mit Babybrei und darf sich Marken wie Milupa, Cow & Gates oder Nutricia ins Portfolio einreihen. Aber der Preis dürfte für den französischen Lebensmittelkonzern zu einer schweren Belastung werden.

Wie Grimms Märchenheld Hans im Glück riskiert Vorstandschef Riboud, durch vermeintlich lukrative Tauschgeschäfte immer ärmer zu werden. Vergangene Woche bot er seine Kekssparte („LU“) für 5,3 Mrd. Euro dem US-Konkurrenten Kraft Foods zum Kauf an. Nun will er mit mehr als der doppelten Summe das Babynahrungsgeschäft statt dessen zur dritten Säule des Konzerns machen – neben den traditionellen Sparten Molkereiprodukte (Actimel, Activia, Obstgarten) und Wasser (Evian, Volvic).

In der Tat gilt das Geschäft mit Baby- und Gesundheitsernährung im Vergleich zum Keksgeschäft als weitaus zukunftsträchtiger. Während Danones Knabbereien im vergangenen Jahr gerade einmal beim Umsatz um 3,1 Prozent zulegten, sprang der Numico-Umsatz 2006 um sagenhafte 31 Prozent nach oben. Und auch die Margen sind bei Babykost höher als bei Keksen – wenn auch nicht umwerfend: Während Marken wie „LU“ ein Betriebsergebnis von 13,4 Prozent des Umsatzes schafften, blieben bei Numico zuletzt unterm Strich 16,4 Prozent übrig. Immerhin: Der Danone-Konzern, der in Frankreich selbst mit einem überschaubaren Angebot an Babynahrung („Blédina“) unterwegs ist, beziffert die zusätzlichen Synergien im Zusammenhang mit der Numico-Übernahme auf 60 Mill. Euro.

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