Inside: Demag Cranes
Vertrauen verspielt

Der Düsseldorfer Kranspezialist Demag Cranes hat Probleme mit der Unternehmenssparte Hafentechnologie: Höhere Produktionskosten und Verzögerungen bei der Auslieferung zwangen das Management zu einer Gewinnwarnung. Demag Cranes hat mit seiner starken Marke Gottwald bei Hafenkranen viel zu verlieren.

DÜSSELDORF. Freitag, der 13. Juli war für den Vorstand der Demag Cranes AG wahrlich ein Unglückstag. Das Management musste eine Gewinnwarnung veröffentlichen und die Prognose für das laufende Geschäftsjahr kräftig senken. Die Aktie reagierte heftig und fiel an einem Tag um über zwanzig Prozent. Sie hat sich seitdem nicht wieder erholt.

Ursache für die Hiobsbotschaft sind Probleme in der Unternehmenssparte Hafentechnologie. Dabei war der Düsseldorfer Kranspezialist auf dieses Geschäft so stolz gewesen. Eine unter dem Namen „Generation 5“ auf den Markt gebrachte Familie von Hafenkranen der Stammmarke Gottwald sollte große Erfolge bringen. Fertigung nach dem Baukastenprinzip und Nutzung vieler Gleichteile versprachen den Kunden kürzere Lieferzeiten und niedrigere Investitionskosten – und Demag besseren Gewinn.

Das hat nicht geklappt. Statt dessen musste der Vorstand höhere Produktionskosten und Verzögerungen bei der Auslieferung einräumen. Die vorproduzierten Module für die Hafenkrane entsprachen nicht den Kundenwünschen, für den Abtransport der fertigen Modelle fand Demag Cranes nicht genügend Schiffe zur rechten Zeit. Für das laufende dritte Quartal des Geschäftsjahres 2006/07 hat der Vorstand für die Sparte Hafentechnologie einen Verlust angekündigt. Noch ist nicht klar, ob es sich bei diesen Pannen um typische Probleme beim Anlauf einer neuen Produktgeneration handelt oder um falsches Kalkül des Managements.

Demag Cranes hat mit seiner starken Marke Gottwald bei Hafenkranen viel zu verlieren. Mit einem Anteil von über 40 Prozent ist das Unternehmen bei mobilen Anlagen klar Marktführer vor Liebherr. Bei automatischen Hafensystemen ist Demag Cranes praktisch sogar konkurrenzlos.

Es ist ein Glück für das Unternehmen, dass die beiden anderen Sparten deutlich besser laufen. Industriekrane und Service, die fast drei Viertel des Umsatzes stellen, fahren weiter schöne Gewinne ein und lassen ein insgesamt höheres Ergebnis erwarten.

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