Inside: Eon
Vernünftige Antwort

Nach dem Zusammenschluss der beiden französischen Versorger Suez und Gaz de France (GDF) gilt insbesondere Deutschlands größter Energiekonzern Eon als Verlierer der Branchenkonsolidierung. Doch auf den zweiten Blick relativiert sich das Bild: Eon ist noch immer in einer guten Ausgangslage und so breit aufgestellt wie kein Konkurrent.

DÜSSELDORF. Über den europäischen Energiemarkt ist in den vergangenen zwei Jahren eine beispiellose Fusionswelle gerollt – allerdings ohne deutsche Beteiligung. Keine Frage, Eon-Chef Wulf Bernotat hätte gerne eine aktivere Rolle gespielt. Er schaute sich in Italien um, prüfte die Übernahme von Scottish Power und kämpfte über ein Jahr lang um Spaniens Nummer eins, Endesa. Letztlich aber erfolglos.

Inzwischen sind die großen Felle weitgehend verteilt. Der italienische Konkurrent Enel verleibte sich Endesa ein, die spanische Iberdrola übernahm Scottish Power und nun rettet sich die als Übernahmeobjekt gehandelte Suez in die Fusion mit GDF. Eon, bislang unumstrittene Nummer zwei in Europa hinter Electricité de France (EDF), wird von Enel/Endesa und GDF/Suez bedrängt.

Aber ist Eon wirklich der Verlierer der Konsolidierung? Zum einen griffen die Konkurrenten wie Iberdrola und Enel zu Höchstpreisen zu. Zum anderen wurde mit gezinkten Karten gespielt, mischte die Politik bei der Neuordnung der Energiewirtschaft mit. Enel konnte Eon nur ausstechen, weil die spanische Regierung die Italiener bevorzugte, und hinter der Fusion von GDF und Suez steckte die französische Regierung.

Tatsächlich aber hat sich auch nach den Großfusionen an Eons guter Marktstellung kaum etwas geändert. Der Konzern ist der einzige Spieler auf dem Kontinent, der in allen großen europäischen Märkten, ob in Deutschland, Skandinavien, Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich oder im Osten ein Standbein hat – zumeist sogar ein recht starkes. Nur selten, wie in Frankreich, reicht es für einen Brückenkopf. Ganz mit leeren Händen steht Bernotat schließlich nicht da: Durch den freiwilligen Rückzug bei Endesa konnte er Enel-Chef Fulvio Conti Vermögenswerte im Volumen von zehn Milliarden Euro abringen – und stieg so in Spanien und Italien zu einem respektablen Spieler aus der zweiten Reihe auf. Gleichzeitig ist Eon sowohl bei Strom als auch Gas auf allen Stufen von der Produktion bis zum Vertrieb aktiv.

Seite 1:

Vernünftige Antwort

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%