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Eurotunnel pokert ums Überleben

Die Umschuldung des Kanaltunnel-Betreibers Eurotunnel zieht sich schon lange hin. Doch bereits in diesem Jahr muss das Unternehmen die ersten Tranchen seines gigantischen Schuldenbergs von über neun Milliarden Euro abtragen.

PARIS. Bereits seit einigen Jahren zieht es sich hin, das Drama um die Umschuldung des Kanaltunnel-Betreibers Eurotunnel. Doch langsam läuft die Uhr für das französisch-britische Unternehmen ab. Denn bereits in diesem Jahr muss es die ersten Tranchen seines gigantischen Schuldenbergs von über neun Milliarden Euro abtragen.

Seinen Gläubigern hat Eurotunnel-Chef Jacques Gounon im Verhandlungs-Marathon wenig zu bieten. Als Ultima Ratio bleibt ihm nur ein Druckmittel: Ohne umfassende Umschuldung dürfte Eurotunnel 2006 die Insolvenz erklären. In diesem Fall hätten die Gläubiger das Recht, den Tunnel in Eigenregie zu nutzen, um ihre Ansprüche zu bedienen. Die Fonds, denen ein Großteil der Schulden mittlerweile gehört, werden aber kaum Lust verspüren, sich selbst als Tunnelbetreiber zu versuchen.

Rückblende: Nach 27 Anläufen, Großbritannien per Tunnel ans europäische Festland anzubinden, einigten sich die französische und die britische Regierung 1986 auf das ehrgeizige Projekt. Die britische Premierministerin Margaret Thatcher bestand indes darauf, den Tunnel rein privat zu finanzieren – ohne einen Penny Steuermittel. Vor allem Kleinaktionäre wurden daraufhin mit unhaltbaren Prognosen zum Aktien-Kauf verführt.

Das Tunnelprojekt erwies sich immer mehr als beispielloses Finanzdesaster. Diverse Führungs- Teams und Rettungspläne lösten sich in munterer Folge ab – ohne sichtbare Wirkung. Auf der Hauptversammlung im Frühjahr 2004 fegte schließlich eine Aktionärsrevolte das Management aus dem Amt. Doch auch die Revoluzzer von einst haben sich mittlerweile aus dem Staub gemacht.

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