Inside: General Motors
Keine begehrte Braut

Es ist noch nicht lange her, da hätten die Interessenten Schlange gestanden, um sich an General Motors hoch profitabler Finanztochter GM Acceptance Corp. (GMAC) zu beteiligen.

HB PORTLAND. Das war allerdings zu einer Zeit, als der größte Autobauer der Welt jeden Gedanken an einen Verkauf als lächerlich bezeichnet und weit von sich gewiesen hätte. Inzwischen sind schon zwei Monate ins Land gegangen, seit der Konzern signalisierte, er wolle einen Mehrheitsanteil an der Ertragsperle – im vergangenen Jahr hat GMAC mit 2,9 Milliarden Dollar vier Fünftel des Konzerngewinns erwirtschaftet – abgeben. Reagiert haben bisher nur die Bank of America und Wells Fargo: Beide winkten ab.

Auf die Kurse der Anleihen von GM und GMAC wirkte die Absage der potenziellen Käufer wie eine kalte Dusche, die Kurse sanken weiter. Erst die eilige Erklärung des Konzerns, er verhandele „mit mehreren Interessenten“, sorgte für etwas bessere Stimmung an den Kreditmärkten.

Während die Ratingagentur S&P am Montag die bereits als spekulativ bewerteten Anleihen von GM noch weiter in die Ramsch-Region herunterstufte, ließ sie die Einstufung von GMAC unverändert. Die Begründung von S&P: Hielten die gegenwärtigen Tendenzen an, sei eine mögliche GM-Insolvenz „nicht weit hergeholt“, GMAC dagegen könne beim Einstieg eines starken Partners in die Bonitätsoberliga zurückkehren. Immerhin erwartet GM, die in diesem Jahr bereits fast 4 Milliarden Dollar verlor, für 2005 rund 2 Milliarden Dollar Dividende von GMAC. Die ersten Gebote für die 51-Prozent-Beteiligung an der Finanztochter werden in dieser Woche erwartet.

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