Inside: Gerry Weber
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Nicht nur zum 65. Geburtstag dürften die Aktionäre dem Gründer und Vorstandsvorsitzenden Gerhard Weber auf der heutigen Hauptversammlung ein Ständchen anstimmen.

DÜSSELDORF. Der Selfmademan und sein im S-Dax notierter Modekonzern Gerry Weber International glänzen seit Jahren auf dem deutschen Börsenparkett und bieten Grund genug zum Jubeln. Ungeachtet des schwachen Konsumklimas und sinkender Ausgaben für Bekleidung steigen die Umsätze und Gewinne des Damenmode-Konzerns stetig. Auch der Kurs der Aktie klettert seit drei Jahren nahezu unaufhörlich. Und der Modezar aus Ostwestfalen – wie Gerhard Weber in der Branche genannt wird – ist mit 65 Jahren noch kein bisschen müde und wagt weiter.

Ende Juni geht Weber sein größtes unternehmerisches Risiko seit dem Bau des Gerry-Weber-Stadions 1990 ein. Lange hat er selbst davor gescheut, und er wollte es eigentlich seinem Nachfolger überlassen. Doch jetzt kommt „Gerry Weber Men“ in die Läden, die erste Herrenkollektion der Modemarke. Zwar hat Weber mit Gerd Leithäuser einen erfahrenden Herrenmodemacher aus Hamm in der westfälischen Nachbarschaft und auf Augenhöhe gefunden, der sich bereits mit der eigenen Marke Benvenuto, als Erfinder des Anzug-Baukastens und als Lizenznehmer von Toni Gard profiliert hat.

Doch der Markentransfer von der Damen- auf die Herrenmode oder umgekehrt gilt als schwierig. Wie schwierig, davon kann der Branchenprimus Hugo Boss ebenso ein Lied singen wie der kleine, feine Mitbewerber Strenesse. Hugo Boss benötigte vier Jahre, um mit der Frauenlinie die Gewinnzone zu erreichen. Strenesse kämpft nach wie vor mit der Herrenkollektion. Die Ausstattung der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft gilt als letzter Versuch, Fuß zu fassen.

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