Inside Holcim: Zement wird sexy

Inside Holcim
Zement wird sexy

Die Zementindustrie erlebt durch den Bauboom in den Schwellenländern derzeit einen Aufschwung wie schon lange nicht mehr. Die Züricher Holcim segelt dabei im Windschatten des französischen Branchenführers Lafarge.

ZÜRICH. Merkwürdig. Eigentlich ist Zement nicht sehr sexy. Der Stoff weckt Erinnerungen an Leichnams-Entsorgungen á la Al Capone. Dennoch erlebt die Zementindustrie ausgelöst durch einen Bauboom in den Schwellenländern derzeit einen Aufschwung wie schon lange nicht mehr. Lafarge, Cemex, Holcim, Heidelberg Zement – sie alle profitieren von der steigenden Nachfrage.

Im Windschatten des französischen Branchenführers Lafarge segelt dabei die Zürcher Holcim. Die Schweizer könnten gemessen an der Zementproduktion bereits die Nummer eins sein. Bei ihren letzten Jahresabschlüssen lag Lafarge mit 14,4 Milliarden Euro Umsatz zwar noch klar vor den Eidgenossen, die auf umgerechnet 8,8 Milliarden kamen. Inzwischen jedoch hat sich Holcim neu positioniert, und Analysten sind bereits der Meinung, dass eine Neubewertung einzelner Werte innerhalb der Branche überfällig sei. Ihr Favorit ist dabei der Schweizer Konzern. Reihenweise heben sie derzeit die Ziele für den Aktienkurs an.

Tatsächlich ist Holcim dabei, seine globale Präsenz auszubauen und hat es dabei vor allem auf den aufstrebenden Markt in Indien abgesehen. In zwei Etappen wollen die Schweizer 34,8 Prozent am drittgrößten indischen Zementproduzenten Gujarat Ambuja Cements übernehmen. Auch ohne die Aktienmehrheit hätte Holcim die unternehmerische Führung. Das Vorhaben kostet voraussichtlich mehr als 1,3 Milliarden Schweizer Franken (850 Millionen Euro), und Holcim erwägt nach eigenen Angaben, sich das Geld auf dem Wege einer Kapitalerhöhung von der Börse zu holen. Schuldenstand und Kredit-Rating würden in diesem Fall stabil bleiben. Dennoch belastet die angekündigte Kapitalerhöhung den Holcim-Kurs, wodurch die Schweizer insbesondere gegenüber Lafarge ins Hintertreffen geraten.

Gerechtfertigt ist das aber nicht. Durch den Wegfall von Firmenwert-Abschreibungen und die Erstkonsolidierung einiger Zukäufe zeichnet sich für das Jahr 2005, über das Holcim Anfang März berichten will, ein Gewinnsprung von mehr als 60 Prozent auf 1,5 Milliarden Schweizer Franken ab. Ohne Sondereffekte beträgt das Plus mindestens 20 Prozent. Und obwohl Holcim rege investiert, erwartet die Finanzgemeinde eine höhere Dividende als im Vorjahr. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis von 13 liegt unter Branchenschnitt und zeigt die gewonnene Stärke von Holcim noch nicht.

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