Inside: Inbev: Strategischer Partner

Inside: Inbev
Strategischer Partner

Gemessen an anderen Industrien ist die Brauereilandschaft weltweit noch stark zersplittert. Allein das Führungstrio aus Inbev, Anheuser und der südafrikanischen SAB-Miller verfügt über jeweils nur wenig mehr als zehn Prozent Weltmarktanteil. Ein Zusammenschluss von Inbev und Anheuser steht im Raum. Doch lohnt er sich auch?

DÜSSELDORF. Dass der belgisch-brasilianische Brauriese Inbev und der US-amerikanische Marktführer Anheuser-Busch potenzielle Fusionspartner sind, ist nicht neu. Spätestens seit 2004, als aus der belgischen Interbrew und der brasilianischen Companhia Bebidas das Americas - American Beverages (Ambev) der neue Weltmarktführer Inbev wurde, fragen sich die Branchenexperten, welches der nächste sinnvolle Zusammenschluss auf dem internationalen Biermarkt sein könnte.

Denn gemessen an anderen Industrien ist die Brauereilandschaft weltweit noch stark zersplittert. Allein das Führungstrio aus Inbev, Anheuser und der südafrikanischen SAB-Miller verfügt über jeweils nur wenig mehr als zehn Prozent Weltmarktanteil. Die größte deutsche Braugruppe, die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger-Gruppe, kommt gerade einmal auf 0,9 Prozent Weltmarktanteil.

Keine Frage, die beiden Kandidaten würden sich zumindest geografisch prächtig ergänzen: Inbev hat eine starke Position in Südamerika, Europa und Russland, Anheuser-Busch desgleichen in Nordamerika. Doch würden sich auch genügend Synergieeffekte ergeben, um die Kosten pro Hektoliter Bier signifikant zu senken? Viele Rohstoffe wie die Braugerste oder auch – wo das deutsche Reinheitsgebotkeine Bedeutung hat – Reis und Mais, werden immer noch regional eingekauft. Auch das Brauwasser sprudelt aus Quellen vor Ort.

Allenfalls in der Administration könnten sich Einsparungen ergeben, wenn man Verwaltungsaufgaben in so genannte „Shared-Service-Center“ in osteuropäischen Niedriglohn-Ländern auslagern würde. Die bisherige Inbev-Ausbeute von rund 140 von Deutschland nach Tschechien und Ungarn verlagerten Arbeitsplätzen ist aber eher mager.

Schiere Größe, das wusste schon der geschasste Inbev-Chef John F. Brock, reicht nicht aus. Seine Devise „From the biggest to the best“, vom größten zum effektivsten Braukonzern, gilt auch heute am Firmensitz im belgischen Leuven. Dort haben nach seinem Weggang mit Konzernchef Carlos Brito und Finanzchef Felipe Druta nun die Brasilianer komplett die Macht übernommen. Von der einst angekündigten „Fusion unter Gleichen“ ist keine Rede mehr.

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