Inside: Infenion
Eine schnelle Trennung, bitte

Erst sechs Jahre ist es her, dass Siemens seine ungeliebte Halbleitersparte unter dem Kunstnamen Infineon an die Börse gebracht hat. Für diesen Sommer oder gar früher plant Infineon nun selbst eine Abspaltung: Die angeschlagene Speicherchipsparte soll ausgegliedert werden und dann an die Börse kommen.

MÜNCHEN. Dabei drängen sich viele Parallelen auf. Siemens hatte im Frühjahr 2000 den Einstieg bei Infineon eingeleitet. Der Technologiekonzern blieb aber zunächst mit rund zwei Dritteln der Aktien beteiligt. In den darauf folgenden Jahren gab Siemens Zug um Zug weitere Anteile ab. Doch erst jetzt verkaufte das Traditionsunternehmen die letzte Tranche von 18 Prozent für rund 1,2 Milliarden Euro.

Auch Infineon will sich nicht gleich komplett von den Speicherchips verabschieden. Zunächst möchte Europas zweitgrößter Halbleiterproduzent die Mehrheit behalten. Die eigene Geschichte sollte Infineon allerdings eine Lehre sein: Denn der Konzern hat mehr unter der jahrelangen, engen Verbindung zur früheren Mutter mehr gelitten, als dass ihm der Großaktionär geholfen hätte.

Da wären zum Beispiel die Handys. Über viele Jahre hinweg war die Mobilfunksparte von Siemens der wichtigste Kunde von Infineon in diesem Bereich. Das war zwar bequem, weil der Absatz dadurch gesichert war und kein anderer Wettbewerber die Siemens-Aufträge bekam. Nur: Als immer weniger Menschen Siemens-Handys kauften, brachen auch die Umsätze von Infineon in diesem Geschäftsfeld dramatisch ein.

Gewiss, auch andere Halbleiterhersteller hatten sich zu der Zeit noch eng an einzelne Handyproduzenten gebunden. Aber ohne die weiter bestehende, hautnahe Verbindung zu Siemens wären die Infineon-Verkäufer vermutlich viel eher gezwungen gewesen, sich neue Kunden zu suchen. Zudem dauerte es lange, bis Infineon als Hauslieferant von Siemens von anderen Produzenten überhaupt akzeptiert wurde. Dazu kommt, dass auch der Aktienkurs von Infineon lange unter der Unsicherheit gelitten hat, wann Siemens sich endgültig von seinen Anteilen trennen werde.

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