Inside: Leoni
Neue Zukunft in der Luft

Mit Blechwalzen und Drahtziehen ist kein Geld mehr zu verdienen. Das war noch vor wenigen Jahren die vorherrschende Meinung in der deutschen Industrie. Nun geht die deutsche Stahlindustrie erneut auf ein Rekordjahr zu. Und in Franken hangelt sich ein Drahtspezialist allmählich in die Spitzengruppe der europäischen Zulieferindustrie: die Leoni AG.

MÜNCHEN. Gerade meldete sie für das erste Halbjahr 2006 einen Umsatzanstieg von 33 Prozent. Das ist kein Ausrutscher. Seit 1995 wächst Leoni im Schnitt Jahr für Jahr mit Raten von mehr als 20 Prozent. Und das mit steigender Rendite und guter Perspektive.

Bordnetze für Kraftfahrzeuge und die Herstellung von Elektro-Kabeln sind Leonis Kerngeschäft. Das macht die Franken einzigartig in der Branche, beschränkt sich doch die Konkurrenz auf das eine oder das andere. Doch Kupferkabel, so das Kalkül von Leoni-Chef Klaus Probst, werden noch lange die Grundlage von Bordnetzen sein.

Und so kauft Probst munter Hersteller und Spezialisten auf, die den Sprung ins globale Geschäft nicht im Alleingang schaffen. Ein gutes Dutzend solcher Firmen hat er in den vergangenen Jahren bei Leoni neu verdrahtet. Studer, der jüngste Zukauf, ist Spezialist für Isolierkabel. Die Schweizer rüsten Tunnel, Schnellzüge und Hochhäuser mit brandisolierten Kabeln aus. Die Übernahme kommt beiden zu Gute: Leoni gewinnt ein neues Marktsegment, Studer erhält Zugang zum weltweiten Vertriebsnetz der Leoni-Gruppe.

Nach wie vor aber landet die Konzernproduktion zu drei Vierteln in der Autoindustrie. Die Autokonzerne stecken immer mehr elektronische Helfer in ihre Fahrzeuge, der Bedarf für die Vernetzung an Bord wächst. Das Verdrahten von Airbags und Stabilitäts-Systemen, von Zigarettenanzündern und Fensterhebern, von Rückleuchten und Klimaanlagen überlassen die Hersteller aber gerne anderen. So verkaufte VW erst im März sein Bordnetzgeschäft an Sumitomo.

Denn lohnintensive Tätigkeiten drücken die Produktivität der großen Konzerne. Doch anders als Bleche lassen sich biegsame Kabelbäume noch nicht von Robotern zusammenstecken, und ihre Fertigung ist komplex. So hat praktisch jedes Fahrzeug eine andere Konfiguration. Kabelbäume werden daher noch komplett in Handarbeit gefertigt.

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