Inside: Lufthansa
Abwarten und Espresso trinken

Fast täglich gibt es Gerüchte, welche Fluglinie ein mögliches Übernahmeziel der Deutschen Lufthansa sein könnte. Auch wenn die Dementis meist auf den Fuß folgen: Es gibt gute Gründe, welche die Lufthansa ständig im Gespräch halten.

DÜSSELDORF. Heute Iberia, gestern Alitalia, morgen wieder die österreichische Aua, und übermorgen die polnische Lot. Die Spekulationen um geeignete Übernahmeziele der Deutschen Lufthansa reißen nicht ab – auch wenn die Dementis und Abwehrreaktionen der Beteiligten wie: „Wir kommentieren keine Marktgerüchte!“ meist nicht lange auf sich warten lassen. Die Lufthansa wird nicht ohne Grund als potenzieller Käufer gehandelt.

Der Kranichkonzern hat nach Krisenjahren in Folge von Terror wieder abgehoben. Vorläufigen Zahlen zufolge kletterte das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2006 um 46 Prozent auf 845 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um knapp zehn Prozent auf 19,8 Milliarden Euro. Auch die Kasse ist gut gefüllt. Und Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber hat schon mehr als einmal betont, dass die Konsolidierung in Europa vorangetrieben werden muss.

Und wer wäre da besser geeignet und gerüstet als die Lufthansa? Die Frankfurter sind nicht nur nach Air France-KLM die zweitgrößte Fluggesellschaft Europas, sondern haben mit der Restrukturierung der 2005 übernommenen Swiss auch ihr Talent bewiesen, eine finanziell angeschlagene Gesellschaft zu integrieren und zu sanieren. Zudem wurden Beteiligungen wie die LSG Skychefs und Lufthansa Cargo wieder auf Kurs gebracht.

Kein Wunder also, dass die Gerüchte ins Kraut schießen. Nur, was ist dran?

Die Übernahme der Alitalia gilt in der Branche aufgrund des starken Einflusses von Staat und Gewerkschaften in Italien sowie der finanziellen Schieflage als Himmelfahrtskommando – und insofern hinkt der Vergleich mit der Swiss. Für die Lufthansa besteht zudem kein zwingender Grund, in Italien aktiv zu werden. Die Konzerntochter Air Dolomiti versorgt als Zulieferer das Drehkreuz München mit Passagieren aus dem Süden. Zudem kooperiert der Kranichkonzern mit der zweitgrößten Fluglinie Italiens, der AirOne, einer Art gehobener Billigflieger wie die DBA. Zugreifen wird die Lufthansa unter den derzeitigen Bedingungen also wohl nicht. Abwarten bis die Konditionen stimmen und Expresso trinken, lautet die Devise.

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