Inside: Luxottica
Die Entdeckung Amerikas

Stille Wasser sind tief. Die wenigsten Menschen außerhalb Italiens wissen etwas mit dem Namen Luxottica anzufangen. Dabei steckt dahinter der Weltmarktführer für Luxusbrillen. Seine Schlagkraft hat das Unternehmen erst vergangene Woche wieder unter Beweis gestellt.

MAILAND. Fast fünf Milliarden Umsatz, immerhin 13 Milliarden Börsenwert - an diesen beiden Kennzahlen gemessen spielen die Italiener aus der norditalienischen Provinz Belluno in derselben Liga wie beispielsweise der Nivea-Hersteller Beiersdorf.

Erst vergangene Woche hat Luxottica die Schlagkraft des Unternehmens erneut unter Beweis gestellt und den Kauf der amerikanischen Sportbrillenmarke Oakley bekannt gegeben. Mehr als 1,5 Milliarden Euro legen die Italiener auf den Tisch, um sich nach dem Kauf von Ray-Ban im Jahr 1999 die nächste amerikanische Kultmarke zu sichern.

Für den seit weniger als drei Jahren amtierenden Vorstandschef Andrea Guerra ist es der erste große Deal seit seinem Antritt bei Luxottica. Mit dem Oakley-Kauf untermauert der Manager, der sein Können bereits beim italienischen Haushaltsgerätehersteller Merloni bewiesen hat, vor allem den absoluten Drang an die Spitze in allen Bereichen des Brillengeschäfts.

Das 1961 gegründete Unternehmen hatte sich in den USA und anderen Ländern bereits den direkten Zugang zum Kunden gesichert, indem es 1995 die US-Optiker-Kette Lenscrafters übernahm und im Jahr 2001 die weltgrößte Sonnenbrillen-Kette Sunglass Hut. Gleichzeitig bauten die Italiener das Geschäft mit den Luxusmarken aus und produzieren heute in Lizenz für berühmte Modehäuser wie Burberry, Chanel, Prada und Polo Ralph Lauren. Einen leichten Rückschlag erlitten sie nur, als Giorgio Armani vor ein paar Jahren den Hersteller wechselte und zum Konkurrenten nebenan, Safilo, wechselte.

Jetzt ist das Sportsegment dran. Und mit Oakley greift Guerra nach einer Lifestylemarke, die bei Surfern und Profiradfahrern wie Lance Armstrong ebenso beliebt ist wie bei trendbewussten Nichtsportlern. Mit Oakley erweitern die auf Mode spezialisierten Italiener ihr Portfolio, ohne dass es Restrukturierungsbedarf gibt.

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