Inside: MAN
Die zwei Welten der Trucker

Der Dax-Konzern MAN bewegt sich in zwei verschiedenen Wirklichkeiten: Spekulationen über ein bevorstehendes Übernahmeangebot von Großaktionär Volkswagen beflügeln die Aktie, während das Unternehmen seinen Wachstumskurs schnell, aber solide beschleunigen muss. Ausgangspunkt für beide Dynamiken ist eine nüchterne Analyse: MAN ist zu klein.

DÜSSELDORF. Die Müchener kommen nur auf drei Prozent des globalen Truck-Marktes. Und in Europa wächst neue Konkurrenz heran. In fünf Jahren könnte es in Deutschland chinesische Firmen geben, die Euro-4-Motoren und ABS anbieten, glaubt selbst MAN-Chef Håkan Samuelsson.

Das Unternehmen rüstet sich für die nächste Runde im lukrativen LKW-Geschäft. Die Wirtschaft boomt weltweit und das treibt die Nachfrage an. Vor allem in Russland und China ist der Bedarf groß. Die Konsequenz ist klar: MAN muss so bald wie möglich international wachsen, eine starke Stellung in Europa reicht nicht aus.

Gefragt ist eine starke Position in Asien. Doch die Anlaufschwierigkeiten beim Gemeinschaftsunternehmen in Indien zeigen, wie schwierig die zu erreichen ist. Und in China spricht MAN nur über eine Fabrikation. Dabei ist es mit Lastwagen wie mit Autos: Technische Innovationen und Umweltauflagen lassen sich nur über große Stückzahlen refinanzieren. Momentan behelfen sich die MAN-Ingenieure mit Bordmitteln. Für das in diesem Jahr vorgestellte Spitzenmodell TGX haben sie nur ein knappes Drittel der Bauteile neu entwickelt.

Bald steht die Frage an, ob neue Lastwagen mit mehreren Achsen, so genannte Gigaliner, auf den Straßen rollen sollen. Sie gelten in der CO2-Bilanz als umweltfreundlicher als herkömmliche LKW. In wenigen Jahren wird außerdem eine völlig neue Motorengeneration fällig. Hier kommt der schwedische Konkurrent Scania ins Spiel, den MAN-Chef Samuelsson im vergangenen Jahr übernehmen wollte – und bisher scheiterte. Die Entwicklungsarbeit mit Scania zu teilen würde die Kosten gewaltig drücken. Das wäre der industrielle Vorteil der Fusion.

Dazu kommt: Ein Großteil des Geschäftes läuft gar nicht über den Verkauf. Der eigentlich gewinnträchtige Part liegt im Service und in der Wartung. Auch da ließe sich prächtig zusammenarbeiten.

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