Inside: Mylan Laboratories
In der Abwärtsspirale

Nach der Shoppingtour im Ausland hat die Rechnung des Kreditkartenanbieters schon zu manch bösem Erwachen geführt. Ähnlich dürfte sich derzeit das Management des US-Pharmaherstellers Mylan Laboratories fühlen, der vor einigen Monaten das Wettbieten um eine Sparte des Darmstädter Wettbewerbers Merck KGaA für sich entschied.

FRANKFURT. Noch bevor die Transaktion abgewickelt ist, tauchen zu dem rekordverdächtigen Kaufpreis von 4,9 Milliarden Euro weitere Posten auf.

Am offensichtlichsten ist die Talfahrt der Aktie, die bei treuen Aktionären für schlechten Nachtschlaf sorgen sollte. In den Wochen, als Mylan-Chef Robert Coury den Zuschlag für das Geschäft mit Nachahmerpräparaten (Generika) als Gipfel der Erfolgsgeschichte seines Unternehmens verkaufen wollte, verlor Mylan mehr als ein Drittel seines Börsenwertes.

Inzwischen hat sich der Kurs zwar auch dank unerwartet guter Unternehmenszahlen wieder etwas gefangen. Doch mit 3,78 Milliarden Dollar ist der Marktwert des US-Unternehmens noch immer weit unterdurchschnittlich. Auf der Basis der letzten Geschäftszahlen liegt er gerade mal beim Neunfachen des Betriebsgewinns. Zum Vergleich: Für die Merck-Sparte wollen die Amerikaner etwa das 16-Fache des letzten Betriebsgewinns nach Darmstadt überweisen.

Nun kann man einwenden, dass auch Pharmawerte wie Mylan in den vergangenen Monaten unter den Turbulenzen an den Aktienmärkten gelitten haben. Das Argument zieht jedoch nur bedingt. Zwar haben auch direkte Wettbewerber im Sog der Subprime-Krise Federn gelassen. Ihre Verluste waren jedoch deutlich geringer und sind größtenteils schon wieder ausgebügelt. So bewertet die Börse die im MDax gelistete Stada aktuell mit dem 15-fachen Betriebsgewinn, die US-Firma Barr mit dem zehnfachen und den Weltmarktführer Teva sogar mit mehr als dem 40-Fachen des Betriebsgewinn.

Hinter dem Einbruch der Mylan-Aktie dürfte vor allem die Angst der Anleger vor einer kräftigen Kapitalerhöhung stehen. Von Anfang an war klar, dass sich die Übernahme des nur wenig kleineren Wettbewerbers nicht aus dem Cash-Flow und Krediten alleine bezahlen lassen wird. Die Ausgabe neuer Aktien goutieren die bestehenden Aktionäre im Allgemeinen nicht, weil es ihren Besitz verwässert.

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