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Nicht viel zu feiern bei Märklin

Herrscht erstmal Panik im Betrieb, dann laufen die Verhandlungen gleich viel reibungsloser. So oder so ähnlich muss der Geschäftsführer von Märklin, Axel Dietz wohl gedacht haben, bevor er den Beschäftigten vor einigen Tagen mitteilen ließ, im Hauptwerk Göppingen müssten bis zu fünf Millionen Euro an Personalkosten gespart werden.

Herrscht erstmal Panik im Betrieb, dann laufen die Verhandlungen gleich viel reibungsloser. So oder so ähnlich muss der Geschäftsführer von Märklin, Axel Dietz wohl gedacht haben, bevor er den Beschäftigten vor einigen Tagen mitteilen ließ, im Hauptwerk Göppingen müssten bis zu fünf Millionen Euro an Personalkosten gespart werden.

Die Panik ist nun da. 20 Prozent weniger Bruttolohn - das ist das Ergebnis interner Überschlagsrechnungen. Andere Zahlen gibt es nicht, da die Geschäftsführung weder die Personalkosten aufschlüsselt, noch ihr Sparziel erläutern will. Nach Informationen des Handelsblattes liegen die Personalkosten in Göppingen bei rund 20 Millionen Euro - die geplante Einsparung bedeutet für jeden Mitarbeiter damit rund 600 Euro weniger pro Monat.

Nur: Bei Märklin gibt es nach mehreren Sanierungsrunden nichts mehr zu kürzen. Selbst wenn die Belegschaft auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtete, würden nur rund acht Prozent der Kosten eingespart. Und der Rest?

Entlassungen seien kein Thema, sagt Märklin-Chef Dietz. Er kann nicht anders, denn bei Märklin läuft ein Beschäftigungssicherungsvertrag, der Kündigungen bis Ende 2009 verhindert. Um die Kosten pro Mitarbeiter zu senken, müsste Dietz einen gesonderten Sanierungstarifvertrag aushandeln.

Nicht wenige in Göppingen fragen allerdings, ob sich die Betroffenen damit nicht mehr schaden als helfen. Wer will jetzt auf 20 Prozent seines Lohnes verzichten, wenn Märklin vielleicht schon bald ganz den Geist aufgibt? Dann würde sich auch die Höhe des Arbeitslosengeldes nach dem niedrigeren Lohn richten - und die Mitarbeiter wären doppelt gestraft.

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