Inside: Norddeutsche Affinerie
Bizarrer Machtkampf

Die Aktionäre der Norddeutsche Affinerie (NA) brauchen derzeit vor allem eines: gute Nerven. Seit einem halben Jahr tobt um Europas größten Kupferproduzenten ein bizarrer Machtkampf, eine Entscheidung fällt womöglich erst auf der Hauptversammlung der NA im nächsten Frühjahr. Ein Machtkampf mit Showdown.

DÜSSELDORF. Die Verunsicherung der Anleger spiegelt sich auch im Börsenkurs. Anfang Oktober notierte das MDax-Papier noch bei 34 Euro, danach ging es steil abwärts bis auf weniger als 22 Euro. Am Dienstag setzte eine kräftige Gegenbewegung ein, die den Kurs kurzzeitig über 30 Euro trieb. Der Grund: Die NA hat für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2006/07 ein neues Rekordergebnis vor Steuern von 250 Millionen Euro angekündigt. Außerdem soll die Dividende um mehr als ein Drittel auf 1,45 Euro je Aktie erhöht werden. Das ergibt eine Dividendenrendite von respektablen fünf Prozent.

Eine Aktie mit einer attraktiven Dividendenrendite war die NA stets und deshalb besonders bei Privatanlegern beliebt. Seit dem Börsenstart des Unternehmens im Jahr 1998 liegt die Ausschüttungsquote im Schnitt bei 70 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie bei den meisten Dax-Konzernen. Der Kurs jedoch entwickelte sich lange Zeit schlechter als der MDax. Das Urteil vieler Analysten lautete: solide, aber langweilig.

Das änderte sich schlagartig Ende Juni dieses Jahres. Die NA kündigte an, den belgischen Konkurrenten Cumerio für 780 Millionen Euro in bar übernehmen zu wollen. Der damalige Vorstandschef Werner Marnette wollte mit dem teuersten Zukauf in der Unternehmensgeschichte zwei Ziele erreichen: Den Verlust weiterer Marktanteile an die südamerikanischen Minengesellschaften stoppen und die NA zugleich an die Spitze der Konsolidierungsbewegung in Europa setzen.

Doch Mirko Kovats durchkreuzte den Plan. Der österreichische Investor kaufte über die von ihm kontrollierte börsennotierte A-Tec -Holding in kürzester Zeit eine Sperrminorität von 25,1 Prozent an Cumerio zusammen. Damit kann Kovats die geplante Cumerio -Übernahme durch die NA blockieren. Zugleich avancierte er mit 15 Prozent bei der NA zum größtem Anteilseigner. Mehr als 80 Prozent der Aktien sind breit gestreut.

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